Archiv der Kategorie 'Termine'

Talks about evicitions: Wie war der Abend zur „Liebig14″?

english version below

Das Haus gegenüber der Liebig34 wurde Anfang 2011 geräumt. Vorausgegangen war eine fast zwei jährige Kampagne zum Erhalt. Diese reihte sich ein in die „Wir bleiben alle“-Kampagne, die rund 10 bedrohte Projekte vereinte. Ohne die WBA-Kampagne, so die einhellige Meinung bei den Eviction Talks letzte Woche, hätte die Liebig14-Kampagne keine solche Dynamik entfalten können.
Die Situation damals ist in Teilen mit heute und der „Interkiezionalen“ vergleichbar. Wieder haben sich mehrere bedrohte Projekte zusammengeschlossen, wieder werden Kämpfe für einzelne Häuser in Stellvertretung für noch kommende geführt.

Was waren die Erfolgsbedingen für WBA?
1. Die Kämpfe auf allen Ebenen (Szenebespaßung, an den Unis, Runde Tische mit der Politik, Nachbarschaftsarbeit, Internationale Vernetzung, Militanz usw.) , miteinander in Beziehung zu setzen ohne sich von unterschiedlichen Formen des Widerstands zu distanzieren.
2. Aus Aktions-Sackgassen (z.B. angemeldete Demos, die immer von Polizeigewalt und Frustration überlagert werden) gemeinsam lernen und neue Wege finden (z.B. Spontandemos, Cornern, critical mass) und unterschiedliche Niveaus der Partizipation anbieten (Bullen nerven kann jede*r. 3. Sich gegenseitig (Aktions-)Wissen vermitteln (Workshops, Trainings usw.) um auch alle für die „dezentralen Aktionen“ zu rüsten.
4. Drohende Repression und OutofAction immer schon in der Planung mitbedenken und in der Mobilisierung thematisieren.

Dass es bei der Liebig14 letztlich nicht geklappt hat sie zu verteidigen, wird auf mehrere Gründe zurückgeführt. Die Räumung war nicht rechtmäßig, aber die Bullen haben dennoch Fakten geschaffen. Denn auch für den rot-roten Senat war die Liebig14 ein exemplarischer Fight gegen die linke Szene und für die Aufwertung der Kieze. Mit der Relativierung des Rechts durch den Rechtsstaat selbst, müssen wir auch heute einen Umgang finden.

Und nach dem „BigBang“, der 1 Mio Sachschaden, einem geräumten Haus und vielen Festnahmen, war auch bei WBA erstmal die Luft raus. Wie bleiben wir danach handlungsfähig, finden neue Lebensräume, breiten uns weiter aus? Wie können wir der Parole „you can‘t evict ideas“ tatsächlich gerecht werden.

Konkrete Anregungen für heutige Kampagnen:
1. Arbeitsteilung tut Not. Es braucht feste Verantwortlichkeiten für die unterschiedlichenen Ebenen (Presse AG, Media Group, Verhandlung usw.).
2. Die politische Situation ist für einen Erhalt von Projekten gerade sehr günstig (von Gentrifizierung sind mittlerweile die meisten Berliner*innen betroffen, auch viele Kulturorte sind akut gefährdet, der Umgang mit dem Problem ist noch nicht ausdiskutiert, radikalere Antworten also popularisierbar).
3. Die tatsächlichen Ziele des Erhalts (z.B. als Schutzräume, nicht-kommerzielle Orte) sollten deshalb klar benannt und in Aktionen erkennbar sein.

Wie immer gab es eine mäßig zielführende Diskussion zu Erfahrungen bei der Nachbarschaftsarbeit, die sicherlich bei den nächsten Eviction Talks weiterhin eine Rolle spielen wird.

Die nächsten Eviction Talks
18.4., zur Räumung der Yorck59 bzw. Besetzung des NewYorck, wieder 20 Uhr in der Liebig34
16.5., zur Räumung des Gerhart Hauptmann Schule, 20 Uhr in der Liebig34
23.5., zur Teilräumung der Rigaer94, 20 Uhr in der Liebig34

--

Talks about evictions: How was the evening for „Liebig14″?

The house opposite Liebig34 was evicted at the beginning of 2011. Thiswas preceded by an almost two-year campaign and part of the „Wir bleiblen alle (we will all stay)“ campaign, which brought together around 10 threatened projects. Without the WBA campaign, the unanimous opinion at the Eviction Talks last week, the Liebig14 campaign would not have been able to develop such a dynamic. The situation at that time is partly comparable with the situation of today and the „interkiezionale“ networking: again several threatened projects have joined forces, again battles are being fought for individual houses in substitution for those yet to come.

What were the success factors for WBA?
1. the fights at all levels (scene, at the universities, round tables with politics, neighbourhood work, international networking, militancy etc.) The aim of the project is to establish a relationship between all levels without distancing itself from different forms of resistance.
2. learning together from dead ends of action (e.g. registered demos, which are always superimposed by police violence and frustration) and finding new ways (e.g. spontaneous actions, cornerning, critical mass) and offering different levels of participation (cops can nerve any*r.
3. to impart mutual (action) knowledge (workshops, trainings etc.) in order to prepare everyone for the „decentralized actions“.
4. always consider threatening repression and out-of-action in the planning phase and address them in the mobilisation phase.

The fact that Liebig14 ultimately failed to defend itself is attributed to several reasons. The eviction was not legal, but the cops nevertheless created facts. For the senate, the Liebig14 was also an exemplary fight against the left-wing scene and for the revaluation of the neighbourhood. With the relativization of law by the constitutional state itself, we must also find a way to deal with it today.
And after the „Big Bang“, the 1 million property damage, a vacated house and many arrests, the air was out at the WBA campaign. How do we remain capable of action afterwards, find new living spaces, expand further? How can we actually live up to the slogan „you can‘t evict ideas“?

Concrete suggestions for today’s campaigns:
1. division of labour is necessary. We need fixed responsibilities for the various levels (Press working groups, Media Group, negotiations, etc.).
2.The political situation is very favourable for the preservation of projects (most Berliners are now affected by gentrification, many cultural places are also acutely endangered, the handling of the problem has not yet been discussed out, so more radical answers can be popularised).
3. the actual goals of preservation (e.g. as protected, non-commercial places) should therefore be clearly defined and identifiable in actions.

As always, there was a moderately focused discussion on experiences in neighbourhood work, which will certainly continue to play a role in the next Eviction Talks.

The next Eviction Talks

-Thursday 18th April / 8pm Kufa – Liebigstr.34
Eviction of the Yorck59 & occupation of the NewYorck
-Thursday 16th May / 8pm Kufa – Liebigstr.34
Eviction of the Gerhart Hauptmann school.
Thursday 23 May / 8pm Kufa – Liebigstr.34
Partial Eviction of the Kadterschmiede in Rigaer94.

4. April „Eviction Talks“

Donnerstag 4. April 2019 // Liebig34-Bar // 20 Uhr
„Eviction Talks“: Räumungs- und Kampagnenerfahrungen

english version below

Berlin bereitet sich auf ein „Jahr der Entscheidungen“ vor. Mehrere linke Freiräume sollen weichen – für die Stadt der Reichen. Alle Projekte haben angekündigt sich gegen den Rauswurf zu wehren. Aber wie, mit welchen Mitteln und welchen Verbündeten? Wie erreichen wir den politischen und realen Erhalt unserer Projekte?
Bei den „eviction talks“ wollen wir zurückschauen, in unseren Räumungs-Erfahrungen wühlen und verschüttete Erkenntnisse wieder ausgraben. Was lief gut, was kann aus gestern, heute und für morgen gelernt werden? Und wie geht es danach weiter? Diesmal zum Fall Liebig14 (2011).

Infos: liebig34.blogsport.de // interkiezionale.noblogs.org

Eviction Talks: Eviction, defense strategies and campaigning experiences

Berlin is preparing itself for a „Year of Decisions“. Several left spaces are being forced into imminent evictions to give way for the city of the rich. All projects have announced their intention to defend themselves against the ejection.
But how, by which means and with what allies? How do we win the political and concrete struggle against the eviction of our projects? With the „eviction talks“ we want to look back into different international experiences of eviction and discuss: what went well, why did some approaches fail? What happens after?
We will begin this series of discussions by seeing videos and talking about the case of the eviction of Liebig14 (2011) with those who had a direct experience of it.

17.03. Liebig34-Vollversammlung

Sonntag, 17.03.2019
Liebig34-Vollversammlung: Warten auf den großen Knall?
14 Uhr, K9 (Kinzigstr. 9, Friedrichshain)

Seit Anfang des Jahres ist das feministische Hausprojekt Liebig34 ohne Pacht-Vertrag. Die Räumungsklage wurde seitens des Eigentümers, Gijora Padovicz, schon eingereicht. Gerüchte machen die Runde und im Nordkiez steigt die Polizeipräsenz wieder merklich.
Wir müssen uns wohl auf das Schlimmste vorbereiten und laden deshalb erneut zur Vollversammlung.
Nach einem Input zur aktuellen Situation und den Fakten gehen wir in Arbeitsgruppen zu: Aktionsformen am TagX, SoliPropaganda, HausSupport und Strategie-Debatte.

Neues unter liebig34.blogsport.de
Flyer zur Liebig34 unter http://daneben.blogsport.de/images/flyer_deu_eng.pdf

Soliparty für den Infoladen Daneben

Freitag, 07.10.2016
Supamolly (Jessnerstraße 41, Friedrichshain)

Soliparty für den Infoladen Daneben
Den Infoladen (Liebigstr. 34) gibt es seit 1991. Seit 2009 zahlen wir Miete. Sorgt dafür dass es uns weiterhin gibt. We need your money to spread information!

LiveBands:
Wuttke [akustische Handschelle > http://www.wuttke-band.de]
Zerfetzt [Hardcore Punk > https://zerfetzt.bandcamp.com]

Djanes (infoladen residents): Lila [Querbeet], Testrock [diskursorientiert & tanzbar], K.Atze [Pop,Trash]

Rigaerstraßenfest 17.9.2016

unser Beitrag:

geöffnet ab 13 Uhr

Hinterhofkino montags im August

Etwas angehalten von den Fisimatenten um die liebe R94 möchten wir unseren Sommer entspannt mit Spielfilmunterhaltung auskosten.

08.8. „Berlin Alexanderplatz“ (’31/WR) von Phil Jutzi
15.8. „Kuhle Wampe oder: Wem gehört die Welt?“ (’32/WR) von Slatan Dudow
22.8. „Engel aus Eisen“ (’81/BRD) von Thomas Brasche
29.8. „Berlin um die Ecke“ (’65/DDR) von Gerhard Klein

20.30 Einlass 21.00 Beginn (mehr…)

Demo am 6.02: Rebellische Strukturen verteidigen, solidarische Kieze schaffen !

Berlin-Friedrichshain im Jahr 2015: Seit November ist es amtlich: der Friedrichshainer Nordkiez ist ein Gefahrengebiet. Die Berliner Autoritäten in Politik und Polizei müssen nach Jahren des unermüdlichen Kampfes endlich ihre Bemühungen aufgeben, die Verhältnisse schön zu reden. Während sie im geförderten Sanierungsgebiet über Jahre erfolgreich versuchten, Investor*innen mit fetten Gewinnversprechen anzulocken, müssen sie nun zugeben, dass die Menschen, die im Nordkiez leben, erbittert Widerstand leisten. Die Konsequenz für die Berliner Politik: Der Kiez wird zum Gefahrengebiet erklärt. Seitdem finden wahllose Personenkontrollen statt, die jederzeit alle treffen können. Den vorläufigen Höhepunkt stellte bisher der Abend des 28.11.15 dar, in der in einer massenhaften Kontrolle 91 Personen kontrolliert, schikaniert, geschlagen und mehrere Personen verhaftet wurden. (mehr…)

Herbstdefensive für die AfD!


Bunter Wind in Lichtenberg gegen den AfD-Kreisverband des Nachbarbezirks

Die erste AfD-Demonstration am 24.10 war eine klare Niederlage für die Rassist*innen. Es kamen nur 200 Leute und die Demonstration wurde vom größeren Gegenprotest übertönt. Die AfD beschwert sich nun in weinerlichem Ton darüber, dass Kneipen sie vor die Tür setzen und sie immer mehr Gegenwind bekommen. Die AfD findet sich innerhalb kürzester Zeit in der Defensive, die „Wir sind das Volk“-Stimmung ist verflogen. Daran wollen wir anknüpfen. Die nächste AfD-Demonstration am 31.10 ist ein Zwischenschritt auf dem Weg zu ihrem bundesweiten Aufmarsch am 7. November. Wir werden auch diese AfD-Demonstration stören und den Rassist*innen deutlich zeigen, dass sie nicht willkommen sind.

Gegendemo // 31.10 // 15:00 // Karl-Liebknecht-Straße Ecke Spandauer Straße (Alexanderplatz), Neptunbrunnen

Am 7.11. wollen sie dann ihre „Großdemo“ in Berlin veranstalten. Achtet auf Ankündingungen auf antifa-berlin.info

Montag – 25 Jh. Selbstorganisation und Widerstand

Die Häuser des Samariterviertels und die Liebigstraße 34 feiern diese Woche ihr 25 jähriges Bestehen mit einem fulminaten Straßenfest, daß unter dem alternativen Namen „Lange Woche der Rigaerstraße“ bekannt ist. Hier nun eine kurze Zusammenfassung von den Vor- und Geschehnissen vom Montag, dem 06. Juli 2015.

Am vorangehenden Wochenende gab es in einem Neubau in der Rigaerstraße einen Brand, der ohne weitere Schäden gelöscht wurden konnte. [1, 2, 3, 4, 5, aM. 6, 7] Was die @FeldmannSteve selbst bezeichnend Gewerkschaft der Polizei Abteilung Berlin Direktion 4, liebe voll bei Twitter mit der Abkürzung „TSch/StZe“ erörtert, schreibt dazu:

Linksextremisten starteten mit ihrer geplanten Ego-Woche, um Angst zu verbreiten. #Friedrichshain @BZ_NachtFloh [8]

Andere begrüßten die Woche freudiger:

@friedrichshainerin

Lange Woche der #Rigaer in #Friedrichshain startet ab 15 Uhr Infoladen „Daneben“ Liebigstraße http://gettogether.noblogs.org/programm/

[ 9]
@fluxusx

Deko für das heute begonnene #Rigaerstraßenfest ;-) (Foto via @Enigma424) #fhain #nordkiez #rigaer #squattheworld

[ 10]

Und dekoriert wurde auch noch fleißig. Am Dorfplatz wurden die Transparente nach dem Sommergewitter wieder angebracht, während der Infoladen schon seine Tür für die Sozialberatung geöffnet hatte. Den Hilfegesuchen konnte nachgekommen werden. In der Zwischenzeit kamen mehr und mehr Teilhaber*innen zur Kreuzung Rigaer Ecke Liebig. Der Demosanitätsworkshop erfreut sich auch über rege Beteiligung.

Unsere Infoveranstaltung in der Ka(d)terschmiede mit der Buchvorstellung „Antifa heißt Angriff! – militanter antifaschismus in den 80er-Jahren“ von Horst Schöpper war rappelvoll. Ein Photo vom Infostand gibt es leider nicht. Doch wer die Veranstaltung verpasst hat, kann sich gerne bei uns das Buch erwerben.


ISBN 978-3-89771-823-4
Erscheinungsdatum: März 2015
Seiten: 264
Reihe: reihe antifaschistischer texte Band: 25
Ausstattung: softcover

Das Programm hörte hier nicht auf. Am Dorfplatz gab es Vokü, Mukke und später Film, bei guter Laune und sommerlichsten Temperaturen. Das fasst die @rigaer94 wie folgt zusammen:

Die Lange Woche der Rigaer Straße beginnt. Den Veranstaltungsplan findet ihr auf http://gettogether.noblogs.org . Kommt einfach vorbei!

21:51

#Dorfplatz gut gefüllt! Gute Laune allerseits! #Bullen sind mit mehreren Wannen im Kiez unterwegs #Rigaerstraße #ACAB #Rigaerstraßenfest

22:33

Die Spinnen: #Polizei hat sich behelmt um den #Dorfplatz aufgebaut. Dort wird an der Hauswand Film geguckt. #Rigaerstraße #Rigaerstraßenfest

00:10

Alles entspannt jetzt in #Fhain. Das Programm ist zu Ende heute. Das #Rigaerstraßenfest geht ja auch noch 6 Tage. Die Tage werden spannend!

01:38

Der Verfasser, get together – die projekte des „rigaerkiez“, zog ein ähnliches Bild und empfindet auch Anspannungen:

Die so inszinierte [polizeiliche Präsenz] Spannung erzeugt eine Stimmung, bei der sich Menschen bedroht fühlen können. Gestern Abend blieb es dennoch entspannt auf der Straße. Wie die nächsten Tage aussehen wird die Polizei mitentscheiden. Für den Fall, dass die Polizei noch mehr Einschüchterungsversuche betreibt wird sich das Straßenfest vorbehalten, adäquat zu reagieren. Verfolgt die Medien, nehmt am Programm teil und lasst euch nicht beeinträchtigen. Der Kiez gehört uns allen!

[ 11]

Wir werden weiterhin versuchen, die Ereignisse und Berichte zu verfolgen.
#infoladen_daneben

Infoladen Soliparty, 8.2.2014, Supamolly

Samstag, 08.02.2014
Supamolly (Jessnerstraße 41, Friedrichshain)

Soliparty für den Infoladen Daneben
Den Infoladen (Liebigstr. 34) gibt es seit 1991. Seit 2009 zahlen wir Miete. Sorgt dafür dass es uns weiterhin gibt. We need your money to spread information!

LiveBands:
Klangrainer [Folkrock-Ska, Offbeat Polka > www.klangrainer.de]
The LaZies [Punk Garage > soundcloud.com/lazies]

Djanes (infoladen residents)
rab/i/ossa [hiphop-grime]
Testrock & Schürze [Oldschool, Elektro-Clash],
DJ K.Atze [Pop,Trash,Querbeet]