Archiv der Kategorie 'Infoladen'

Just torify your donation!

Spenden für das linksunten-Verfahren

Aktuell stehen in vielen Berliner Kneipen und Veranstaltungsräumen Spendengläser für das Verbotsverfahren gegen die Internetplattform linksunten.indymedia.org. Wer bisher eine Spende gescheut hat, um nicht selbst ins Fadenkreuz der eifrigen Ermittler*innen zu geraten, hat nun auf die altmodische Art die Möglichkeit zu Spenden.

Zur Erklärung: Am 25. August 2017 hat das Bundesinnenministerium die linksradikale Nachrichtenplattform linksunten.indymedia.org auf Grundlage des Vereinsgesetzes verboten. Das Weiterbetreiben des seit 2009 bestehenden offenen Netzwerkes von linken Medienaktivist*innen und Journalist*innen wurde zur Straftat erklärt. In Baden-Württemberg kam es diesbezüglich zu mehreren Hausdurchsuchungen und die Beschlagnahme von etlichem technischem Equipment und sämtlicher Solikassen der KTS in Freiburg. Die Seite ist seit dem down. Das BKA fahndet weiterhin nach dem Standort des durch die Plattform genutzten Servers. Weitere Durchsuchungen sind nicht auszuschließen, da weiterhin ein Verfahren gegen die Unterstützer*innen von linksunten.indymedia läuft. Laut Angabe der Betroffenen sind die Verfahrenskosten mittlerweile im höheren fünfstelligen Bereich. Alle eingesetzten Anwält*innen arbeiten gerade zudem unentgeltlich. Jetzt heißt es solidarisch sein und sie nicht auf den Kosten hängen zu lassen.
Das Verbot der Medienplattform ist ein Angriff auf die gesamte linke, antikapitalistische Gegenöffentlichkeit. Diese zu verbieten ist ein Akt der Zensur und bedeutet eine eklatante Beschneidung der Meinungs- und Pressefreiheit. Der Zeitpunkt der Verbotsverfügung im Bundestagswahlkampf 2017 kam nicht von ungefähr. Das Innenministerium wollte das angekratze Image aufpolieren, nachdem nahezu wöchentlich neue Medienberichte und Erkenntnisse über die massive ungezügelte Polizeigewalt gegen Anti-G20- Demonstrant*innen erschienen. Während militante Neonazis sich vielerorts ungestört tummeln und ihre Hetze verbreiten können, stellt das Bundesinnenministerium einmal mehr klar, dass der Feind nach wie vor links verortet wird.

Die Rote Hilfe e.V. hat ein Spendenkonto eingerichtet. Alle Spenden aus den Spendendosen gehen direkt dort hin. Ihr könnt auch selbst spenden an:

Rote Hilfe OG Stuttgart
IBAN: DE66 4306 0967 4007 2383 13
BIC: GENODEM1GLS
Stichwort: linksunten

Buch zu den Kämpfen in Friedrichshain 1919

Endlich auch im Infoladen erhältlich: Das Buch „Massenstreik und Schießbefehl. Der Generalstreik und die Märzkämpfe in Berlin 1919″ von Dietmar Lange. Nach der regen Beteiligung am Spaziergang am 17. März mit ihm, könnt ihr das Buch nun auch bei uns kriegen.

Der politische Massenstreik kam in Deutschland zum ersten Mal im Ersten Weltkrieg und in den Revolutionsjahren 1918/19 zum Einsatz. Einen vorläufigen Höhepunkt erreichte er im Berliner Generalstreik vom März 1919 für die Anerkennung der Arbeiterräte. Der Streik mündete in die bis dahin blutigsten Auseinandersetzungen seit der Novemberrevolution. Mit dem „Schießbefehlerlass“ Gustav Noskes wurde dem Terror der Freikorps jede Schranke genommen. Der Einsatz sollte dabei paradigmatisch für die weiteren Massaker der deutschen Gegenrevolution in München und dem Ruhrgebiet stehen.

In “Massenstreik und Schießbefehl” werden erstmals die verfügbaren Quellen und Dokumente sowohl zum Generalstreik als auch zu den militärischen Auseinandersetzungen in Berlin vom März 1919 ausgewertet und die Ereignisse rekonstruiert.

Der Autor
Dietmar Lange, geboren 1981 in Rostow am Don (Russische Föderation), lebt in Berlin und studierte Geschichte und Philosophie an der Freien Universität Berlin. Schwerpunkte waren und sind Geschichte und Theorie des Kapitalismus und der Arbeiterbewegung.

Lese wild & gefährlich: XB Lesereihe April – Juni 2011

Lese wild & gefährlich
Im Rahmen von „unzensiert lesen“

Lesungen 29. April – 10. Juni 2011, jeweils Freitags, um 20 Uhr im XB-Liebig (Liebigstr. 34, Friedrichshain)
präsentiert von RiceUp-Vokü, Infoladen Daneben & Verbrecherverlag

Flyer (Din-Lang) als Kopiervorlage | Plakat | Lesezeichen

Programm (mehr…)

Viel Lärm um nichts?! Verfahren gegen Buchhändler eingestellt

Nach Durchsuchungen im Buchladen mit großem Polizeiaufgebot und der Anwendung verschärfter Sicherheitsmaßnahmen im Gerichtsverfahren auf die Prozessbesucher, wurde das erste Strafverfahren gegen den Geschäftsführer des Kreuzberger Buchladens oh21 am zweiten Verhandlungstag sang- und klanglos eingestellt. Selbst die Berliner Staatsanwaltschaft musste einsehen, dass die Beweisaufnahme keine Anhaltspunkte für die Anklage lieferte.
Die Anklageschrift gegen den Geschäftsführer lautete auf ‚Beihilfe zu Anleitung zu Straftaten‘ und ‚Verstoß gegen das Waffengesetz‘. Hintergrund der Gerichtsverhandlung ist eine Reihe von Ermittlungsverfahren gegen drei Berliner Buchhandlungen und Infoläden, die seit 2009 mehrfach von polizeilichen Durchsuchungen betroffen waren. Die Berliner Staatsanwaltschaft strebt mit den Verfahren an, die Buchhändler für die Inhalte von Flugblättern und Zeitschriften verantwortlich zu machen, die in ihren Läden ausliegen.
Sollte sich die Staatsanwaltschaft mit dieser Position durchsetzen, könnten in Zukunft alle Buchhändler, Kneipenbesitzer oder Ladenbetreiber für die bei ihnen ausliegenden Flyer, Aufrufe und Zeitschriften haftbar gemacht werden. Man würde von ihnen verlangen, sich zur vorgeschalteten Znsursintanz staatlicher Behörden zu machen.
Der Ausgang des ersten Verfahrens hat nun gezeigt, dass die Staatsanwaltschaft mit diesem Anliegen nicht so einfach durchkommt. Die nun erfolgte Einstellung könnte auch richtungsweisend für die weiteren Verfahren sein.

Liebig14-Räumung Presseschau

Der 116 A4-Seiten starke Presse-Reader zur Räumung der Liebig14 wird morgen, am 1. März, ab 20 Uhr im XB-Liebig (Liebigstr. 34) bei unserem „RiceUp“-VoKü-Abend der Öffentlichkeit präsentiert. Die Zusammenstellung enthält rund 200 Artikel regionaler, bundesweiter und internationaler Massenmedien aus dem Zeitraum 11. Januar bis 10. Februar 2011, die sich mit der Räumung des Hausprojekts Liebig14 beschäftigt haben. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Für alle die es nicht ins XB schaffen: Ab sofort gibt es den Reader im Infoladen Daneben.
Gern nehmen wir Bestellungen per Post entgegen. Anfragen an daneben(at)nadir.org oder per Brief an Infoladen Daneben, Liebigstr. 34, 10247 Berlin.

Leider können wir den Reader nicht digital anbieten. Deshalb anbei die Liste der enthaltenen Artikeln (mehr…)

Jetzt neu: „Wege des Gedenkens“

Jetzt exklusiv im Infoladen Daneben die Sonderausgabe der Lotta zu „Wege des Gedenkens – Erinnerungsorte an den Nationalsozialismus in Nordrhein-Westfalen“ für schlappe 6 EUR.

Hier das Inhaltsverzeichnis dieser knapp 200 Seiten starken Buchs (mehr…)

Neu im Infoladen: Antifa-Taschenkalender 2011 und AIB Nr. 89

Antifa-Kalender 2011: Stets aktuell von undogmatisch aktiven Menschen aus der Bewegung gemacht, ist der Antifa-Kalender mittlerweile ein nicht wegzudenkender Begleiter sowohl für Einsteiger/innen als auch für die Erfahrenen unter den politisch Aktiven. Unrast-Verlag, Din A7, 256 Seiten, 7 Euro

Antifaschistisches Infoblatt Nr. 89:
Schwerpunkt Tote ohne Anerkennung / Von Lichterketten und Scherbendemos. Reaktionen und Gedenken nach Neonazi-Morden / Keine Resozialisierungseffekte / Ein Frage der Wahrnehmung. Vergessene Opfer rechter Gewalt / Terroristische Einzeltäter-Vereinigungen. Der Neonazi-Terror der 80er Jahre in der BRD / »Wo ist Behle?« 30 Jahre Oktoberfestattentat
NS Szene NS-Szene: NPD beschließt Fusion mit der DVU / Kleinkrieg unter Kameraden. Die Neonazi-Szene in Leipzig und die NPD
Antifa Social Engineering… Die Autonome Antifa Freiburg im Gespräch / »Siempre Antifascista!«
Rassismus Polizei und Rassismus. Wider die Legende bedauerlicher Einzelfälle
Diskussion Beyond Rechtsextremismus. Aufruf zur Diskussion
Gesellschaft »Das muss sich auswachsen« Mit Sarrazin gegen muslimische Unterschichten
Braunzone »Frei.Wild«: Zwischen Kitsch und Subkultur / Thinktank der »Islamkritik« Die Bürgerbewegung Pax Europa
Geschichte Das Auswärtige Amt. Aus dem Zwielicht erfolgreich herausgearbeitet? / »Gefährlicher sind die normalen Menschen« Neue Ansätze bei der NS-Täter-Forschung aus Stuttgart
Repression Gewaltspirale Rinks/Lechts. Das Märchen von der Konfrontationsgewalt
International Österreich: Neonazistischer Unterschlupf bei der FPÖ, Dänemark: »Verkleidet als Neonazi«

Neu im Infoladen: Antifa Zeitung zum 9.November

Jedes Jahr gedenkt die Antifaschistische Initiative Moabit mit Veranstaltungen, ZeitzeugInnengesprächen, Ausstellungen und einer großen Gedenkdemonstration an die Reichspogromnacht 1938. Jedes Jahr wird dazu eine umfangreiche Broschüre erstellt. Druckfrisch ist diese nun mit32 Seiten im Infoladen erhältlich. Themen: Aufruf zum 9. November 2010, Interview mit Peter Vogl, „Fragt uns, wir sind die Letzten.“ , Perfides „Angebot“ an Naziopfer, Nazis auf die Pelle rücken, Berliner NPD weiterhin auf NS -Kurs, „Sind wir Schland oder Sarrazin?“, Kippt Europa nach rechts?, Das Ende der Residenzpflicht in Berlin und Brandenburg?!, Deutsche „Helden“ vom Sockel holen Seite, Deutsches Jahr, Widerstand – Ein Gebot!, Dresden bleibt nazifrei!, Neofaschismus in Deutschland, Punktsieg für eine antifaschistische Welt..

Beschlagnahmt: Rezension Interim 718

28 Seiten A4, rotes Cover, rest schwarz/weiß, Schnippellayout. An der Interim ändert sich nach gut 20 Jahren nicht viel. Die Nr. 718 sollte heute Vormittag in einigen linken Buchläden in Berlin beschlagnahmt werden. Es geht wohl um eine Anleitung zum Molli-Bauen und für einen zeitverzögerten Brandsatz. Schauen wir doch mal was die aktuelle Ausgabe zu bieten hat. Eine Rezenssion:

Seite 2 Editorial
Wie üblich steht auf Seite 2 was in der Ausgabe zu finden ist und wie die „Redaktion“ das bewertet. Castor schottern finden sie super, Berlin on Sale war nett klein aber mit guten Ansätzen (Job-Center Neukölln, Bioladen-Plünderung, öffentliches Dinner am Leopoldplatz ohne Bullen). Am Ende steht die obligatorische Entschuldigung für unregelmäßiges Erscheinen.

Seite 3 Spurenarmer Molli (mehr…)

Stellungnahmen zur Durchsuchung des XB-Liebig am 14.10.2010

Nachdem Bänke und andere Sitzgelegenheiten von der Polizei regelmäßig vom Dorfplatz entfernt werden, sind nun die Veranstaltungsräume selbst an der Reihe. Eine erneute vermeintliche Ruhestörung war der Anlass um in der Nacht zu Donnerstag ein Fenster aufzuflexen, einzusteigen und das XB-Liebig von innen aufzubrechen (Bilder). Beschlagnahmt wurde so gut wie alles was theoretisch Krach machen könnte. Feuerwehr und das Technische Hilfswerk unterstüzten die Arbeiten. Mit Mühe konnten die Beamten davon abgehalten werden auch noch das ganze Hausprojekt zu stürmen. Sich der Brisanz ihres Einsatzes bewusst liest sich auch ihre Pressemeldung wo versucht wird das ganze mit allerlei Übertreibungen und Erfindungen zu legitimieren. Die Boulevardpresse („Ärger mit Linken in der Liebigstraße“ / „Vier Polizisten bei Randale in Kneipe verletzt“ / „Hundertschaft der Polizei hebt Linksextremen-Lokal aus“ ) nahm sich dem Thema dankend an. Auf dem Tisch aber ignoriert haben sie folgende Stellungnahme des XB-Kollektivs und eine PM der Liebig34 zu dem Abend. (mehr…)