Archiv für Juni 2019

5 Thesen zur nachbarschaftlichen Solidarität beim Fall Kadterschmiede

Die Unterstützer*innegruppen für die Liebig34 haben einen lesenswerten Bericht zu den Eviction Talks von gestern Abend veröffentlicht, den wir hier gern teilen:

Unsere lieben Nachbar*innen aus der Rigaer94 wurden vor genau drei Jahren ihres Gemeinschaftsraums „Kadterschmiede“ im Erdgeschoss des Hinterhauses der Rigaer94 beraubt. Ohne Räumungstitel oder Vorwarnung drang die Polzei in das Erdgeschoss ein. Es war die Eskalation der polizeilichen Maßnahmen im Rahmen des sog. Gefahrengebiets, das die gesamte Nachbarschaft seit Oktober 2015 in Atem hielt.
Die Berliner Polizei schützten am 22. Juni 2016 angeblich nur Bauarbeiten in den Räumlichkeiten, entfernten sämtlich Möbel, aber auch alle Fahrräder vom Hof und alles was sich in dem Haus auf dem Dachboden angesammelt hatte. Der Hauseingang und Hausflur wurde insgesamt 3 Wochen von Polizei und Secus belagert. Niemand durfte Besuch empfangen. Die Bewohner*innen durften nur mit Zivis im Schlepptau das Haus verlassen.
Auf die Räumung folgte viel Solidarität aus der Nachbarschaft. Kiezversammlungen wurden schnell organisiert. Jeden Abend gab es „Geschepper“ in den anliegenden Straße – Bewohner*innen traten ans Fenster und klopften auf Töpfe und Pfannen. Eine bundesweite Demo mit 2000 Teilnehmer*innen sowie nächtliche Aktionen am 7. Juli setzten ein militantes Signal.
Parallel verteidigte sich das Haus juristisch gegen die Räumung in einem Eilverfahren das sie gewannen. Der Raum musste wieder an das Haus übergeben werden. Die Kadterschmiede ist nach dem Kampf ein noch wichtigerer Ort geworden.
Letzte Woche gab es das mittlerweile 4. Räumungsverfahren gegen die Kadterschmiede, das aber aus formalen Gründen abgewiesen wurde. Hintergrund ist, dass der eigentliche Besitzer gern anonym bleiben will.

Ein paar Thesen aus der Diskussion: (mehr…)