Archiv für April 2013

Mi, 24.4. Mietestopp-Spaziergang Friedrichshain

24.4.2013 Kiezspaziergang zu Orten von Mieter_innenverdrängung und -widerstand in Friedrichshain
Treffpunkt: 18 Uhr S/U-Bahnhof Frankfurter Allee
Abschluss: 20 Uhr, Boxhagener Platz, Videokundgebung.

Wer mit wachen Augen durch Friedrichshain geht, wird es merken. Die Zahl der Baustellen hat zugenommen. Meistens informieren Hinweisschilder gleich noch, wo sich Interessent_innen von Eigentumswohnungen hinwenden können, wenn sie hier investieren wollen. Menschen mit geringen Einkommen hingegen müssen sich auch in Friedrichshain zunehmend fragen, ob und wie lange sie sich die Wohnung hier noch leisten können. Mittlerweile gibt es vielfältige Formen von Protest und Widerstand. Bewohner_innen informieren sich über ihre Rechte, wehren sich juristisch gegen Eigentümer_innenwillkür, schließen sich zusammen. Doch zwischen den einzelnen Häusern gibt es oft kaum Kontakte und Verbindung. Daher wollen wir mit dem Mieter_innenspaziergang einige Orte und Häuser besuchen, in denen Mieter_innen sich wehren. Ziel ist, sich über die unterschiedlichen Formen von Protest zu informieren, voneinander zu lernen und gemeinsam zu koordinieren. Der Spaziergang endet am Boxhagener Platz. Mit einer Kundgebung, die unter dem Motto „Mieten runter – Löhne rauf“ steht, soll auch für die Aktionen zum 1. Mai mobilisiert werden. Arbeitskreis „Keine Rendite mit der Miete/Friedrichshain“

Buch zu den Kämpfen in Friedrichshain 1919

Endlich auch im Infoladen erhältlich: Das Buch „Massenstreik und Schießbefehl. Der Generalstreik und die Märzkämpfe in Berlin 1919″ von Dietmar Lange. Nach der regen Beteiligung am Spaziergang am 17. März mit ihm, könnt ihr das Buch nun auch bei uns kriegen.

Der politische Massenstreik kam in Deutschland zum ersten Mal im Ersten Weltkrieg und in den Revolutionsjahren 1918/19 zum Einsatz. Einen vorläufigen Höhepunkt erreichte er im Berliner Generalstreik vom März 1919 für die Anerkennung der Arbeiterräte. Der Streik mündete in die bis dahin blutigsten Auseinandersetzungen seit der Novemberrevolution. Mit dem „Schießbefehlerlass“ Gustav Noskes wurde dem Terror der Freikorps jede Schranke genommen. Der Einsatz sollte dabei paradigmatisch für die weiteren Massaker der deutschen Gegenrevolution in München und dem Ruhrgebiet stehen.

In “Massenstreik und Schießbefehl” werden erstmals die verfügbaren Quellen und Dokumente sowohl zum Generalstreik als auch zu den militärischen Auseinandersetzungen in Berlin vom März 1919 ausgewertet und die Ereignisse rekonstruiert.

Der Autor
Dietmar Lange, geboren 1981 in Rostow am Don (Russische Föderation), lebt in Berlin und studierte Geschichte und Philosophie an der Freien Universität Berlin. Schwerpunkte waren und sind Geschichte und Theorie des Kapitalismus und der Arbeiterbewegung.