Archiv für April 2012

Willi-von-der-Luebbe-Litfaßsäule von Chaoten aufgestellt

Als Gegenaktion zu den Insurrection Days hat eine Plattform des Infoladen Danebens heute eine Litfaßsäule aufgestellt. Um all ihren Erfindern gerecht zu werden ist sie Wille-von-der-Luebbe-Litfaßsäule genannt wurden. Es soll ein Zeichen gegen die stete Verwahrlosung unseres schönen Stadtteils gesetzt werden. In letzter Zeit häufte sich die Anzahl wild plakatierter Anschläge auf unsere Hausfassade. Deswegen versuchen wir als Ordnungsmaßnahme eine Littfaßsäule aufzustellen. Der Bezirk und Polizei blieben bislang untätig.

Hintergründe:
Berliner Polizeipräsident Karl Ludwig von Hinkeldey Litfaß ordneten schon einst – uns ein Vorbild – an, dass gegen wildes Plakatieren in der Stadt Berlin im gesamten Stadtgebiet Säulen aufgestellt werden. Damit den wilden Chaoten (SPD, Zentrum, DDP) nicht weiterhin die guten Fassaden der Bürger mit ihren politischen Papier volltapizieren. Vor allem in Westberlin gelang es die majestetische Zeit weiter zu tradieren. Zum Beispiel auf dem Kudamm muss man lange suchen um einen Plakat – Anschlag auf den glitzernden Fassaden zu entdecken. Wir aus dem Ostteil der Stadt würden fasst vermuten, es gibt keine.

Kaiser Wilhelm der Erste – mit bürgerlichen Namen Friedrich Willi von der Luebbe – war neben Friedrich dem Großen eine weitere schillernde Person unserer Stadt. Mit politischer Weitsicht schlug er schon die Vormärz-Revolution 1848 nieder. Um zu zeigen, dass Berlin noch mehr zu bieten hat als verzogene Pferdeliebhaber (Friedrich II.) soll die Litfaßsäule seinen Namen tragen.

Selbstverständlich möchte der Infoladen sich nicht mit den Insurrection Days entsolidarisieren. Etwaige Erwähnungen sind nur beispielhaft. Ebenso können andere Ereignisse eingesetzt werden. Zum Beispiel der unordentliche Parteitag der Piraten Partei. [auch als sogenannter außerordentlicher Parteitag bekannt.]

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  1. Alle Bildrecht bei Egon-Erwin Kisch 2012 (c) [zurück]

21. April: Lärm gegen Lärm im XB

„Lärm gegen Lärm“: Soliparty gegen LImschG und OwiG

Über ein Jahr dauerte ein Ordnungswidrigkeits-Verfahren wegen eines Konzerts im XB das von der Polizei mit Zerstörungswut und Instrumentenbeschlagnahmung beendet wurde. Denn nach den Bullen kam das Umweltamt von Friedrichshain-Kreuzberg, das offensichtlich das Landes-Immissionsschutz-Gesetz als Hebel gegen unliebsame Hausprojekte entdeckt hat: Denn Krach gibt es immer wenn Menschen zusammen kommen.
Lassen wir uns nicht einschüchtern! Konzert und Party gegen Repression.

Mit dabei sind Karl-Heinz Feuermelder und die durchgeknallten Brandstifter_innen (diesmal vollzählig), DJ Testrock (NewWave/Elektro) so wie weitere DJ´s und noch ne Punk-Band aus der Nachbar_innenschaft deren Namen mir grad entfallen ist (sorry). Mehr Infos demnächst hier!

Lena Stöhrfaktor & DJ Noizy Neighbor mussten leider kurzfristig absagen. Das tut ihnen sehr Leid und sie werden ihr Konzert im XB demnächst nachholen.

Außerdem wird es bunte Cocktails und die eine oder andere Überraschung geben!

>>> http://soliparty.blogsport.de

D S&P’s PR: Die Freiheit

Gerade in den Vertragsverhandlungen mit D S&P’s PR, können, wir der Infoladen Daneben, freudig verkünden, dass demnächst die Daneben Standard & Poors Politikrating fester Bestandteil des Onlineangebotes werden wird.
Zwar sind noch einige Fragen bezüglich der späteren Zusammenarbeit offen – zum Beispiel, ob es auch notwendig ist, Organisationen zu beobachten, die nicht vom Verfassungschutz kontrolliert werden, und im welchen Politikspektrum überhaupt untersucht werden darf, dennoch hier vorab eine weitere Studie:

[Aufgrund beschränkter Lizenzen können wir an dieser Stelle nur den abstract frei zugänglich stellen. Das komplette Gutachten ist auf Nachfrage entgeltlich einer kleiner Schutzgebühr erhältlich]

Thiedig, Johannes: Braucht Freiheit Sicherheit? http://www.diefreiheit.org/braucht-freiheit-sicherheit/ Abruf Sa, 14. April 2012 22:00 GMT+1
Gegenstand: Freiheit & Sicherheit
Verwendete Literatur: keine Angaben/ möglicherweise eigene Erfahrung des Autors
Fazit: Ein bisschen Amüsant war der kleine Text von Thiede schon. Vor allem in der Feststellung, dass für „Sicherheit“ auch „Freiheit“ abgegeben wird, mit dem Beispiel „ja auch der Militärdienst“ die Aufzählung der Freiheitsverzichtsphänomene abzuschließen, vermag auf verspielte Art und Weise ein Wenig von der Wahrnehmung, dass es auch Kriege gibt und nicht nur bürgerliches Glück, erzählen. Auch „Pflanzen und Rauchen von Marihuana“ auf die Pharaonen zurückzuführen, zeigt weitsichtige Kenntnisse in die Menschheitsgeschichte.
Doch des Lobes nicht zu viel – in der Suche nach Freiheit wild Teile von konstituierter Staaten in Frage zu stellen, wirkt etwas zu frei. Lediglich den Namen „Freiheit“ zu führen, berechtigt eine Partei nach Art. 21 GG nicht die FDGO willkürlich neu zu gestalten. Dennoch bleiben wir von D S&P’s PR gespannt auf die nächsten Beiträge aus der Selbstfindungsphase der „Die Freiheit“.

Note: CCC+ tlw. apolitisch / bemüht

Aktionstag gegen Rassismus: Friedrichshains Polizei hatte was dagegen

Von verschiedenen antirassistischen Initiativen, wie dem Türkischen Bund, ReachOut Berlin, sowie von Firmen, Berliner Parteien und PolitikerInnen wurde Berlinweit zum „internationalen Tag gegen Rassismus“ und zwecks Einleitung der „internationalen Wochen gegen Rassismus“ zu Kundgebungen und Aktionen aufgerufen.
Unter dem Motto „Rassisten kriegen richtig Krach“ schlossen in der Mittagszeit des 21.03.2012 kurzzeitig einige Geschäfte und andere UnterstützerInnen kamen während ihrer Mittagspause zu den Kundgebungen.
An diesem Mittwoch fand ab ca. 11:55 Uhr ebenfalls eine Kundgebung auf dem Mittelstreifen der Frankfurter Allee in Höhe des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg statt. Zahlreiche Menschen verschiedenster Initiativen und Gruppen versammelten sich mit spontan bemalten Plakaten und mit Trillerpfeifen. Zu viel für den Friedrichshainer Polizeiabschnitt: Eine schwarze Anwohnerin bekam den Vorwurf sie hätte sich an eine unangemeldeten Versammlung beteiligt. Sie wehrt sich mit einer 7-seitigen Darstellung… Lest selbst:

Offener Brief an die „Ritter Finest Real Estate“

von Anwohnerinnen und Anwohner und andere Investorenstandort-Risikofaktoren

Ihre und unsere Pläne zum Grundstück Cuvrystraße Ecke Schlesische Straße, Berlin, Kreuzberg-Wrangelkiez

Sehr wenig geehrte Menschen der Ritter Finest Real Estate und ihrer verschiedenen Unter-GmbHs und Unter-AGs, besonders wenig geehrter Herr Hannes Ritter,

wie wir kürzlich vernommen haben, hat Ihr Unternehmen das Spreeufer-Grundstück Cuvrystraße Ecke Schlesische Straße in Berlin-Kreuzberg von dem vormaligen „Besitzer“, der IVG Immobilien AG, als sogenanntes „Eigentum“ übernommen. Sicher erhofften Sie sich durch die Bebauung des Grundstückes mit Luxus-Wohnungen und deren anschließendem Verkauf einen schön fetten Gewinn – vielleicht 10, 20 oder sogar 30 Millionen Euro Rein-Profit? Wir müssen ihnen leider eine – was Ihre Gewinn-Bilanz betrifft – schlechte Nachricht mitteilen: Ihren geplanten fetten Profit mit dem Cuvry-Grundstück können Sie vergessen.
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