Archiv für Juni 2011

Gewaltspirale Berlin

„Solange in Hoyerswerda keine Asylantenheime brennen, habe ich keine Probleme mit brennenden Autos“ Das kleine A hinterm § 306 StGB. Mölln, was war das eigentlich und was ging danach? Verfehlte Politik und Politik die verfehlt. Ein Strom der Entrüstung, gegen Gewalt.
„Autonome und Neonazis auf demselben brutalen Niveau“ Was will der Innensenator Körting sagen, wenn er mitteilt keine zwanziger Jahre Zustände zu mögen? Die SPD-Polizei soll doch bitte aufhören, Aufstände niederzuschlagen und Rädelsführer umzubringen? Drei Jahre Haft und ein Roter weniger? „Das bisschen Totschlag bringt uns nicht gleich um“ … Und wenn Horst Wessel, Sturmführer bei der SA Friedrichshain, sich nicht vom jüdischen Arzt behandeln lassen will und tatsächlich an einer Bleivergiftung stirbt? Die besetzten Häuser der Mainzer Straße bis in den zweiten Stock Hasendraht die Fenster schmücken lässt, damit der Molotowcocktail sich erst durch den Holzrahmen fressen muss bis das Schlafgemach in Flammen steht? Und dann kommt die Polizei und spricht von Vietcong ähnlicher Verbarrikadierung. „Konsens statt Gewalt“ will die TAZ: Konsens gegen eine Ideologie und nicht Versehrung von Personen und wähnt schon den Bruch der Emanzipation durch „plumpe Selbstermächtigung“. Labber nisch, Litschko! Emanzipation stammt von dem lateinischen emancipare: einen „Sklaven oder erwachsenen Sohn“ aus dem mancipium, der „feierlichen Eigentumserwerbung durch Handauflegen“, in die Eigenständigkeit zu entlassen.1 Schmach Konsens, aber manchmal muss man halt Kiesinger ohrfeigen.

Heraus mit der Sprache! Warum diese Gewalt gegen Nazis? Wegen Auschwitz oder weil dir die Faust juckt? Wer ehrlich ist, weiß worum es geht, ging und gehen wird und verliert es trotz dem Gerede der Gewaltspiralen nicht aus den Augen.

Jahre über Jahre stellt man für diesen Kampf Informationen zur Verfügung und es scheint nur Zeitverschwendung. Deshalb entsprechend der Losung „Kein Gerede nur die Tat“ beschränkt man sich auf steile Thesen, lehnt sich verkrampft zurück und lässt sich durch andere lieber wiederlegen, als selbst nur ungehört, ja innerlich zu migrieren.

Anhang…
t – 100 tote 1992
Besetzer_innen Zeitung 26.11.1992

Weihnachts Nasty neigbourgh 2005 (Stressfaktor), der achso böse Steckbrief. Völlig verschweigend, dass Schmidtke sich auch um inhaftierte von der Gesellschaft ausgrenzte Personen kümmert und ihn wieder eine Möglichkeit geben möchte sich in die Gesellschaft zu integrieren. Und Katzen mag er auch.2 und wie alle wissen „wer Katzen + Deutschland mag, kann kein schlechter Mensch sein“

Begonnen hat Sebastian seine politische Karriere schon auf dem Schulhof in Eggersdorf bei Strausberg, wo er mit seinem Kumpel Falko, Sohn der Brandenburgischen DVU Kandidatin Liane Hesselbarth, Angst und Schrecken verbreitete. Recht zügig übernahm er im Kampfbund Deutscher Sozialisten (KDS), einer bundesweit agierenden traditionalistisch NS-verherrlichenden Organisation, die „Sozialistische Zelle Strausberg (Nationaler Widerstand)“. Viele KDS-Aufkleber in Brandenburg tragen daher sein V.i.s.d.P.
Seit Mitte 2003 gab er auch die „Zwischenwelt. Nationalrevolutionäre Streitschrift“, ein „kleines antiimperialistisch-nationalistisches Querfrontblättchen“, im von Michael Koth geleiteten KDS-Gau Berlin/Brandenburg, heraus. Der Märkische Heimatschutz (MHS) bot ihm aber mehr Action und so brach Sebastian organisatorisch mit dem KDS und schloss sich den losen Zusammenhängen der Berlin/Brandenburger Kameradschaftsszene an.
Durch MHS Leute wie Gordon Reinholz lernte er Strukturen aufzubauen und durch die verstärkte Zusammenarbeit des MHS mit den Berliner Kameradschaften BASO und Tor begann er auch in Berlin Politik zu machen. So meldete er in Berlin zahlreiche Naziaufmärsche an (1) und versucht sich bundesweit durch Auftritte als Redner bei Neonaziaufmärschen als Kader zu etablieren (2).
Sebastian ist außerdem einer der übelsten Style-Verbrecher in der Neonaziszene, er trug Palästinensertuch – was seinen Antisemitismus kennzeichnen sollte – und war einer der ersten, der auf Demos Che Guevara T-Shirt überstreifte. Nicht weil er Revolutionen cool findet sondern, um an den angeblich nationalsozialistisch intendierten Befreiungskampf in Lateinamerika der 60er Jahre anzudocken.
So verdreht sein Geschichtsbild auch sein mag, er ist durch einfache körperliche Straßengewalt zu einer ernsthaften Gefahr für Linke geworden. So griff er im Juni 2004 mit BASO-Chef Rene Bethage im Treptower Park einen Jugendlichen völlig grundlos an und beteiligte sich mit seinem MHS-Kollegen Andreas Thürmann (Johannisthal) an einem organisierten bewaffneten Angriff auf eine Antifa-Infoveranstaltung im Jugendclub „Cafe“ in der Köpenicker Seelenbinderstraße.
Zuletzt trat er auf einer Gegenkundgebung zur diesjährigen Silvio-Meier-Demo in Lichtenberg am 19.11.2005 vor der Kneipe Kiste in der Weitlingstraße 44 mit dem Spruch „Linkes Gezeter – 9 Millimeter“ in Erscheinung.

In Berlin zog er mit Freundin Ines Wegner (BASO) in die gemeinsame Wohnung in der Platte in Prenzlauer Berg. Diese Wohnung sollte auch als Verteilstelle für die bundesweite Neonazischülerzeitung „Invers“ dienen (wurde letztendlich von Antifas bundesweit geschreddert)..

Wir fordern dass seine Nachbarn ihn mal besuchen und ein paar Stunden Geschichtsunterricht erteilen! Neonazikader wie Sebastian Schmidtke haben kein Recht auf Privatsphäre. Big Brother is watching you Vogel!!

(1) z.B. 18.08.2005 „Gegen Geheimdienste und Gesinnungsjustiz“ vom S-Bhf-Frankfurter Allee nach Lichtenberg // 17.08.2005 Gegen den Straftatbestand Volksverhetzung vom Alexanderplatz zur Jannowitbrücke // 03.12.2005 „Für ein nationales Jugendzentrum“ in Schöneweide
(2) Seine bundesweiten Ambitionen sind durch den Hack des Neonaziforums Freier Widerstand offengelegt – sein Nickname war Exilberliner.
Quelle: Stressfaktor // Dezember 2005

  1. http://de.wikipedia.org/wiki/Emanzipation [zurück]
  2. http://www.youtube.com/watch?v=LRY-mrjaUCo [zurück]

24. Juni, K9, Schernikau Lesung + Krachtigall Party

Am Freitag ist es soweit. Zum Abschluss der Reihe „Lese wild und gefährlich“ im XB-Liebig ziehen wir ein paar Straßen weiter in die K9 (Kinzigstr. 9, U-Bhf. Samariterstraße). Thomas Keck liest aus Ronald M. Schernikau „Königin im Dreck“. 20 Uhr im Cafe Größenwahn (über den Hinterhof zu erreichen). Wie immer zur Unterstützung der Initiative „Unzensiert Lesen“

Und danach feiern wir am gleichen Ort „Krachtigall“ solidarisch für linke Strukturen
- an der Bar: Rock und Schür­ze DJ-​team
- Anja Zaube (Avant­gar­de­book­ing)
- Mon Groo­ve (ex­qui­sit-​ber­lin)
- H3l­met (Krach­ti­gall // Track­ord rec.)
- Phil­lipp Steng­lin (Krach­ti­gall)

unARTig-Festival 2nd: 16.-19.6. Liebig34

unARTig presents „2nd ART‘n‘ MUSIC Festival 2011″
Solifestival for Liebig14, XB-Liebig and Liebig 34

Thursday, 16. Juni 2011
18.00Uhr Vernissage/Festival Opening
18.00Uhr Interactive Installation – bring your most precious but unneccassary thing of your daily life to eternalize
19.00Uhr Concert with Minus Apes(Berlin),The Feminists(Berlin) + Ingrid und nachts kein Sekret(Berlin)
20:00Uhr Vokü + YouTube Video Massacre
23:00Uhr Electronic Night with Phantom Crunch(noisige feedbacks, knarzige beats), Anne Bolena(live set), [Game]Boygirl(8 bit) and Crash(Überraschungs dy set)

Friday, 17. Juni 2011
14.00Uhr Animation Workshop: Develope your own Animated Comic and show it on the premiere on Sunday
16.00Uhr Costume Camp and Street Show Defilé – bring all your Kitsch
16.00Uhr Get your self a new Tattoo and Piercing
18.00Uhr Liebig 14 + Antiknast Infopoint + Crazy Cocktails
20.00Uhr Vokü
22:00Uhr Queer Party plus Surprise Performance
24:00Uhr Midnight Surprise Show

Saturday, 18. Juni 2011
14.00Uhr Animation Workshop Part2
14.00Uhr Children Day + Circus
16.00Uhr Get your self a new Tattoo and Piercing
18.00Uhr Liebig 14 + Antiknast Infopoint + Crazy Cocktails
18.00Uhr Freak Show
20.00Uhr Vokü
21.00Uhr XB goes Scherer 8. Concert with Hategasm(Hardcore Punk aus Tirol/Österreich, The Fight(Hardcore Punk aus Polen), Respect my Fist(All Style Punk aus Berlin) and Hasta La Vista

Sunday, 19. Juni 2011
13.00Uhr Brunch
15:00Uhr Games: Giant twister and more
16.00Uhr Get your self a new Tattoo and Piercing
20:00Uhr Pizza Vokü + Movie : „Pepperminta“ from Pipilotti Rist

Programm und Aktuelles unter liebig34.blogsport.de

17. Juni 2011 „Pro Deutschland“ Kundgebung in Friedrichshain

17. Juni 2011 „Pro Deutschland“ Kundgebung in Friedrichshain
Gegenkundgebung ab 18 Uhr Frankfurter Tor

Die rechtspopulistische Partei „Pro Deutschland“ will am 17. Juni ab 19 Uhr am Frankfurter Tor eine Kundgebung unter dem Motto „Kreuzberg: Demokratiefreie Zone?“ abhalten. Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg verhindere angeblich die öffentlichkeitswirksame Kreisverbandsgründung im Rathaus an der Yorckstraße. Am 10. Mai wurde deshalb der Kreisverband für Friedrichshain-Kreuzberg an unbekanntem Ort gegründet. Dort wurde die KandidatInnenliste aufgestellt und diese seltsame Aktion gegen das Bezirksamt beschlossen. Das Spektakel soll außgerechnet am 17. Juni, dem Jahrestag des ArbeiterInnenaufstands in der DDR 1953, stattfinden. Für „pro“ war das ein „Volksaufstand“, ein Aufbegehren gegen die „rote Diktatur“, an das man in nationalisitischer und rechtskonservativer Tradition anschließen will.
„Pro Deutschland“ steht aber nicht nur für die Umdeutung und Vereinnahmung der deutschen Geschichte, sondern vor allem für bürgernahen Rassismus. Sie hetzen unter dem Deckmantel „Islamkritik“ gegen MigrantInnen, besonders gegen Menschen muslimischen Glaubens. Gleichzeitig geriert sich die Partei als Freundin der Demokratie, die „jeder Form von politischem Extremismus eine scharfe Absage“ erteilen würde. Mit einem nationalistischen und rassistischen Programm will Pro-Deutschland bei der Abgeordnetenhauswahl im September an den Anti-Moschee-Protest in Pankow-Heinersdorf und an die Wahlerfolge der Pro Parteien in NRW seit 2005 anknüpfen. Obwohl die Partei mit ihrem „Hauptstadtbüro“ in Marzahn bisher wenig Anklang findet, ist die Gefahr der Mobilisierung rechter WählerInnen, die sich nicht zwischen NPD und CDU entscheiden können, nicht zu unterschätzen. Nach der Gründung ihrer Kreisverbände in den Bezirken, die mit regelmäßigem Protest begleitet wurden, scheint nun die Phase der Wahlkampfveranstaltungen eingeläutet zu sein. Zeigen wir ihnen, dass wir der rassistischen Mobilmachung was entgegenzusetzen haben!

Donnerstag, 16. Juni, 19 Uhr, Vetomat (Scharnweberstr. 35)
Offenes Antifa Cafe zu „Halbzeit: Pro Deutschland in Berlin. Personen, Einschätzungen und Aktionen der Rechtspopulisten.“

Freitag, 17. Juni, Gegen „Pro Deutschland“, 18 Uhr, Frankfurter Tor, Kreativprotest


Bild: Angehörige der Volkssolidarität überreichen am 1. Juli 1953 sowjetischen Soldaten Geschenke zum Dank für das „Eingreifen am 17. Juni 1953, dem Tag der faschistischen Provokation“

Heute: Lesung im XB

Peter O. Chotjewitz: „Fast letzte Erzählungen 3 und 4“
In diesen beiden Erzählungsbänden geht es, wie in den bereits erschienenen Bänden 1 und 2, um die ganze Welt. Um ihre Erfassung. Um ihr Sosein. Es geht um Schillerbrezeln, um die Schönheit des Vollmonds, um Unwörter, um die Leiche im schwarzen Sack, um den Traumberuf Stalin, um das Elend der deutschen Literaturkritik, Richard Wagners Koffer, um Luxemburg als Metapher, um das Rauchen auf Kunstmessen, den Abt Sturmius und tote Päpste, die RAF, das Vanitas-Motiv, Lokalhistoriker und Antisemitismus. Chotjewitz lobt die Faulheit, wünscht den Ärtsten (sic) den Tod und betreibt Ahnenforschung. Peter O. Chotjewitz wurde 1934 in Berlin geboren und starb 2010 in Stuttgart. Gelesen von Jörg Sundermeier.

Freitag, 10. Juni 2011, 20 Uhr im XB-Liebig Liebigstr. 34 (nahe Frankfurter Tor/ Besarin Platz)


aus der Reihe Lese wild und gefährlich

Buch der Woche: „Beton brennt“

Hausbesetzer und Selbstverwaltung im Berlin, Wien und Zürich der 80er von Andreas Suttner

Unsere WERTVOLLE Meinung:
Stadtumstrukturierung, Mieterspiegel, Verdrängung. Alles schon gehabt, alles schon geseh‘n, gefällt ma nich. Wer keine Lust hat sich in alten Interims Artikel rauszusuchen mit Themen „Kein Neukölln für Faschos und Bonzen“ und anderem, nicht die dritte WIR BLEIBEN ALLE Kampagne starten möchte, kein Spass hat von WG-Hausbewohner aus Kreuzberg mit Sauna und beheizter Dachterrasse sich das Kämpfen lehren zu lassen, kann sich selbst mal ein Bild machen wie Gentrifi-Dingsbums entgegen gewirkt werden konnte. Unter welchen Umständen und mit welchen Mitteln. Alternative Kultur ist keine Vernissage im aufgebrochenen Kohlekeller, vielleicht doch. Broken Window oder Filz im Fensterloch.
Eine gute Grundlage seinem Bekennerschreiben Inhalt oder Adressenten zu gönnen, vertiefte Unterhaltungen an der Feuertonne zu führen oder sich selbst zumindest ein gutes Gewissen zu zureden, wenn man wieder betrunken andere als „Schwaben“ verunglimpft.

Inhalt:
Gegenstand dieses Buches ist die Gegenkultur Anfang der 80er Jahre. Die Neue Soziale Bewegung in ihrer Ausprägung als Jugendbewegung in Zürich, Hausbesetzer-Bewegung in Berlin und Burggarten-Bewegung in Wien übten Kritik am forcierten Ausbau der modernen Stadt und setzten sich dadurch genauer mit den Institutionen ihrer Städte auseinander. Demonstrationen, die Ausbildung eigener Organisierungsmuster, die Etablierung autonomer Orte und die Kommunikation durch alternative Medien führten zu einem Umbruch. Das Buch geht der Frage nach, inwieweit diese gegenkulturelle Bewegung auch die Institutionen zum Umdenken bewegte.

Reinlesen:

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Jetzt im Infoladen Daneben erhältlich – kommt vorbei

7. Juni: RiceUp SzeneQuiz im XB

Wie immer am 1. Dienstag im Monat der Rice Up Abend. Am 7. Juni ab 20 Uhr mit dem Super RiceUp Kneipenquiz. Heute könnt ihr bei einem spanneden Rateabend euer Wissen unter Beweis stellen. Szenezeugs, Kultur, Weltpolitik oder Geschichte. Alles kann euch erwarten, coole Preise inbegriffen. Also vorbei kommen, Teams bilden und los geht’s. Außerdem natürlich wie immer vegane Vokü, Tresen und (un)gepflegt abhängen.