Lese wild & gefährlich: XB Lesereihe April – Juni 2011

Lese wild & gefährlich
Im Rahmen von „unzensiert lesen“

Lesungen 29. April – 10. Juni 2011, jeweils Freitags, um 20 Uhr im XB-Liebig (Liebigstr. 34, Friedrichshain)
präsentiert von RiceUp-Vokü, Infoladen Daneben & Verbrecherverlag

Flyer (Din-Lang) als Kopiervorlage | Plakat | Lesezeichen

Programm

Freitag, 29. April 2011, 20 Uhr im XB-Liebig
Egon Neuhaus: „Spinnewipp“ Autobiographischer Roman

Der kleine Egon Neuhaus ist sehr dünn, ein „Spinnewipp“, ein Spinnweben. 1933 kommt er ins Heim. Dort entdeckt er seinen rebellischen Geist. Er erlebt die ersten sechs Jahre des „Dritten Reichs“ hauptsächlich in Erziehungsanstalten, die zweite Hälfte übersteht er knapp in der Wehrmacht und gerät bis 1947 in russische Gefangenschaft. Da er keine Arbeit findet, schlägt er sich als Schmuggler, auf dem Bau und später als „Goldgräber“, als Schrottsammler durch. Nebenher beginnt er zu zeichnen. „Spinnewipp“ ist nicht einfach eine Autobiographie, sondern ein Roman, der das Leben all jener schildert, die bei den Nazis, im Krieg und in der Nachkriegszeit ganz unten waren. Gelesen von Evelyn Rahm.

Freitag, 13. Mai 2011, 20 Uhr im XB-Liebig
Rudolf Lorenzen: „Ohne Liebe geht es auch“ Roman

„Ohne Liebe geht es auch“ ist die Geschichte einer Familie über vier Generationen, in der die Lieblosigkeit zu Hause ist. Es beginnt mit dem Ende des Deutsch-Dänischen Krieges in der Hafenstadt Flensburg. Stets geht es auch um die Rivalität zwischen Dänen und Preußen, die abwechselnd die Mehrheit in Nordschleswig bilden. Die Ereignisse bleiben nicht ohne Einfluss auf die Familie, denn ein prominenter Österreicher ist ihr Ahnherr – Erzherzog Ludwig Victor, ein Außenseiter der Habsburger Dynastie. Rudolf Lorenzen wurde 1922 in Lübeck geboren und wuchs in Bremen auf. Seit 1955 lebt er als freier Schriftsteller in Berlin. Er veröffentlichte bislang vier Romane und zahlreiche Arbeiten für Zeitschriften, Rundfunk und Fernsehen. Gelesen von Jörg Sundermeier.

Freitag, 27. Mai 2011, 20 Uhr im XB-Liebig
Rery Maldonado, Nikola Richter (Hg.) „Los Superdemokraticos“ Eine literarische politische Theorie

Unsere Welt ist supervernetzt, superglobalisiert und superkomplex. Sind wir daher auch superdemokratisch? Internationale Autorinnen und Autoren aus Deutschland und Lateinamerika entwickeln in kurzen Essays ein eigenes politisches Vokabular, um über Liebe, Politik, Arbeit, Migration und Literatur im 21. Jahrhundert zu schreiben. Wie fern sind wir uns – und wie nah? Und wie kommen wir uns überhaupt näher als politische Subjekte? Über das Netz? In Gedanken? Beim Reagieren? Ein Buch auf der Suche nach intellektuellem Fairtrade. Gelesen von den Heruasgeberinnen.

Freitag, 10. Juni 2011, 20 Uhr im XB-Liebig
Peter O. Chotjewitz: „Fast letzte Erzählungen 3 und 4“

In diesen beiden Erzählungsbänden geht es, wie in den bereits erschienenen Bänden 1 und 2, um die ganze Welt. Um ihre Erfassung. Um ihr Sosein. Es geht um Schillerbrezeln, um die Schönheit des Vollmonds, um Unwörter, um die Leiche im schwarzen Sack, um den Traumberuf Stalin, um das Elend der deutschen Literaturkritik, Richard Wagners Koffer, um Luxemburg als Metapher, um das Rauchen auf Kunstmessen, den Abt Sturmius und tote Päpste, die RAF, das Vanitas-Motiv, Lokalhistoriker und Antisemitismus. Chotjewitz lobt die Faulheit, wünscht den Ärtsten (sic) den Tod und betreibt Ahnenforschung. Peter O. Chotjewitz wurde 1934 in Berlin geboren und starb 2010 in Stuttgart. Gelesen von Jörg Sundermeier.