Archiv für Oktober 2010

Dienstag: Erst zur Demo und danch zum RiceUp ins XB

Erst zur Demo 19 Uhr Kotti: Demo gegen Nazis und Repression. In der Nacht zum 27.10.2010 verübten Neonazis einen Brandanschlag auf den linken Infoladen M99 in Berlin-Kreuzberg. Zudem sprühten sie Nazisymbole an den benachbarten Laden Red Stuff und die Wohnung eines Antifas. Derartige Anschläge gehen einher mit medialer Hetze und staatlicher Repression gegen linke Strukturen.

Und danach ins XB-Liebig zum RiceUp-Abend (ab sofort immer am 1. Dienstag des Monats) mit den Internationalen Brigaden über ihre Arbeit in Venezuela. Ab 21 Uhr mit Vokü.

Die Internationalen Brigaden wollen jungen Menschen die Möglichkeit geben sich solidarisch in Lateinamerika zu engagieren. Das Projekt hat nichts mit einfachem Tourismus zu tun. Vielmehr soll jeder Teilnehmer versuchen, mit seinem eigenen Erfahrungshorizont und nach seinen eigenen Vorstellungen Menschen zu helfen.Den Teilnehmern soll gezeigt werden, dass es außer der europäischen Realität auch andere gibt. Um unter anderem die lateinamerikanische Realität zu verstehen, die sich von der eher wohlbehüteten europäischen unterscheidet, werden Reisen organisiert.
Venezuela ist ein Land voller extremer Gegensätze. Der enorme Unterschied zwischen arm und reich ist in jedem Landesteil sichtbar. In den letzten Jahren wurden viele Projekte und Programme ins Leben gerufen, um eben gegen dieses Ungleichgewicht anzukämpfen (Misiones). Die Armutsbekämpfungsprogramme (Misiones) sind ein Teil der nach Simon Bolivar benannten Bolivarianischen Revolution, deren unmittelbaren Verbesserungen wir unterstützen und mitgestalten können. Wir möchten Mittels Unterricht unseren Beitrag dazu leisten.

Neu im Infoladen: Antifa Zeitung zum 9.November

Jedes Jahr gedenkt die Antifaschistische Initiative Moabit mit Veranstaltungen, ZeitzeugInnengesprächen, Ausstellungen und einer großen Gedenkdemonstration an die Reichspogromnacht 1938. Jedes Jahr wird dazu eine umfangreiche Broschüre erstellt. Druckfrisch ist diese nun mit32 Seiten im Infoladen erhältlich. Themen: Aufruf zum 9. November 2010, Interview mit Peter Vogl, „Fragt uns, wir sind die Letzten.“ , Perfides „Angebot“ an Naziopfer, Nazis auf die Pelle rücken, Berliner NPD weiterhin auf NS -Kurs, „Sind wir Schland oder Sarrazin?“, Kippt Europa nach rechts?, Das Ende der Residenzpflicht in Berlin und Brandenburg?!, Deutsche „Helden“ vom Sockel holen Seite, Deutsches Jahr, Widerstand – Ein Gebot!, Dresden bleibt nazifrei!, Neofaschismus in Deutschland, Punktsieg für eine antifaschistische Welt..

3.11.2010 Vollversammlung: Bullenstress im XB?!

3.11.2010 Vollversammlung: Bullenstress im XB?!
19 Uhr XB-Liebig (Liebigstr. 34, Berlin-Friedrichshain)

Es nervt! Seit einem Jahr greift die Polizei regelmäßig den Veranstaltungsraum XB-Liebig im Friedrichshainer Hausprojekt Liebigstr. 34 an. Hintergrund sollen Beschwerden wegen Ruhestörung oder auch mal „unsachgemäße Verwendung öffentlichen Straßenlandes“ sein. Die Abende mit polizeilicher Belagerung an der Ecke Liebig/Rigaerstr. nerven, verunsichern und gefährden das Publikum der Veranstaltungen. Mitte Oktober haben die Bullen den Schritt gewagt und haben sich mit schwerem Gerät Zugang zum XB verschafft und wichtiges Equipment beschlagnahmt. Außerdem haben sie versucht das Hausprojekt zu durchsuchen. Es reicht! Wir wollen über den Polizeieinsatz im XB informieren und über die Zukunft linker unkommerzieller Veranstaltungsräume diskutieren. Flyer und Plakat zu der Veranstaltung als PDF

Beschlagnahmt: Rezension Interim 718

28 Seiten A4, rotes Cover, rest schwarz/weiß, Schnippellayout. An der Interim ändert sich nach gut 20 Jahren nicht viel. Die Nr. 718 sollte heute Vormittag in einigen linken Buchläden in Berlin beschlagnahmt werden. Es geht wohl um eine Anleitung zum Molli-Bauen und für einen zeitverzögerten Brandsatz. Schauen wir doch mal was die aktuelle Ausgabe zu bieten hat. Eine Rezenssion:

Seite 2 Editorial
Wie üblich steht auf Seite 2 was in der Ausgabe zu finden ist und wie die „Redaktion“ das bewertet. Castor schottern finden sie super, Berlin on Sale war nett klein aber mit guten Ansätzen (Job-Center Neukölln, Bioladen-Plünderung, öffentliches Dinner am Leopoldplatz ohne Bullen). Am Ende steht die obligatorische Entschuldigung für unregelmäßiges Erscheinen.

Seite 3 Spurenarmer Molli (mehr…)

Quartiersmanager protestieren gegen eigene Vertreibung

Am Mittwoch haben 300 MitarbeiterInnen von Berliner Quartiersmanagments vor dem Bundesbauministerium gegen die Mittelkürzung im Programm „Soziale Stadt“ demonstriert. Die Bundeszuschüsse sollen fortan nur noch für Baumaßnahmen ausgegeben werden und nicht für projektifizierte Sozialarbeit in den 34 Quartieren, die derzeit vom Programm aufgewertet werden. „Der soziale Frieden ist durch die Streichung gefährdet“ meint Ströbele auf der Kundgebung. Dabei war das Programm „Soziale Stadt“ nie auf Dauer und schon garnicht sozial angelegt. (mehr…)

Stellungnahmen zur Durchsuchung des XB-Liebig am 14.10.2010

Nachdem Bänke und andere Sitzgelegenheiten von der Polizei regelmäßig vom Dorfplatz entfernt werden, sind nun die Veranstaltungsräume selbst an der Reihe. Eine erneute vermeintliche Ruhestörung war der Anlass um in der Nacht zu Donnerstag ein Fenster aufzuflexen, einzusteigen und das XB-Liebig von innen aufzubrechen (Bilder). Beschlagnahmt wurde so gut wie alles was theoretisch Krach machen könnte. Feuerwehr und das Technische Hilfswerk unterstüzten die Arbeiten. Mit Mühe konnten die Beamten davon abgehalten werden auch noch das ganze Hausprojekt zu stürmen. Sich der Brisanz ihres Einsatzes bewusst liest sich auch ihre Pressemeldung wo versucht wird das ganze mit allerlei Übertreibungen und Erfindungen zu legitimieren. Die Boulevardpresse („Ärger mit Linken in der Liebigstraße“ / „Vier Polizisten bei Randale in Kneipe verletzt“ / „Hundertschaft der Polizei hebt Linksextremen-Lokal aus“ ) nahm sich dem Thema dankend an. Auf dem Tisch aber ignoriert haben sie folgende Stellungnahme des XB-Kollektivs und eine PM der Liebig34 zu dem Abend. (mehr…)

Di, 12.10. HardCore-Konzi mit „Machete“

Endlich mal wieder ein Konzert unter der Woche im XB-Liebig. RiceUp präsentiert bei der DienstagsVoKü ab 22 Uhr die Hardcore-Band „Machete“ (Samba Violence) + Tiger Paws (This is Hardcore?).

Räumungstitel in der Scharni29 vollstreckt

Am Mittwoch vollstreckte ein Gerichtsvollzieher des Amtsgerichtes Lichtenberg einen Titel des Hausbesitzers Gijora Padovicz für eine Wohnung im ersten Stock der Scharnweberstraße 29 in Berlin-Friedrichshain. Um 07.30 rückte die Berliner Polizei zur Unterstützung des Gerichtsvollziehers an. Nachdem der Schlüssel anwaltlich übergeben wurde, fragte der Einsatzleiter die ca. 50 SympathisantInnen vor dem Hauseingang, ob sie freiwillig den Weg frei machen werden. Nachdem diese das ablehnten wurden die Menschen einzeln auf die andere Strassenseite gedrängt.

Nachdem die Wohnung in beschlag genommen war, sicherte die Direktionshundertschaft das Haus noch eine Weile ab. Begleitet wurde die Maßnahme immer wieder von Sprechchören und Trommeln. Insgesamt wenig weil wenig aussichtsreicher Protest in einer Stadt in der Räumungstitel routiniert und ohne größeren Widerstand vollstreckt werden. Einen Tag vorher wurde die durchaus kritisch zu bewertende Offene Uni in Mitte geräumt. Dann wenigstens morgen das SpreeUfer sichern

Friedrichshainer Holocaust-Leugner zu Haftstrafe verurteilt

Wie die Antifa Friedrichshain am Wochenende meldete, wurde der 63jährige“ReichsbürgerIwan Götz aus Friedrichshain vom Berliner Landgericht wegen Volksverhetzung, Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener, Störung des öffentlichen Friedens sowie Titelmissbrauchs zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Götz bewohnt mit seiner Lebensgefährtin seit Jahren eine Wohnung in der Müggelstraße und entfaltete in Friedrichshain vor allem Propagandatätigkeiten durch Flugblätter und Plakate mit antisemitischem Inhalt. Das Gericht sprach von einem «uneinsichtigen Überzeugungstäter mit wirren Vorstellungen». In das Urteil wurden mehrere Vorstrafen einbezogen.

Bericht: Prozeß gegen einen Unverbesserlichen
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Berlin on Sale: Umsonstladen eröffnet und geschlossen

Am Samstag wurde im Rahmen der Berlin On Sale Aktionswoche in der Falckensteinstraße 5 in Berlin ein neuer Umsonstladen eröffnet. Dieser sollte auch als Kiez-Cafe und Zentrum gegen steigende Mieten dienen. Der Laden befindet sich auf einer Fläche, wo ein alteingesessenes Farbengeschäft vor einigen Wochen die Räume verlassen musste, nachdem der Hausbesitzer die Miete fast verdreifacht hatte.

Die drei Wannen Polizei zogen nach kurzem Telefonat mit dem Besitzer wieder ab. Er will sich am Montag selbst mit den BesetzerInnen treffen. Es gibt ein Infotelefon, um euch auf dem laufenden zu halten: 017638341342 und natürlich Indymedia-Live-Ticker
Auch wenn die Zukunft gewiss ist, wollen wir versuchen, den Laden so schön wie möglich einzurichten – natürlich, so weit möglich, für umsonst mit Dingen, die nix kosten. EDIT: Am Montag gegen 15 Uhr wurde der Laden von der Polizei geräumt.

Aus dem Flyer, der an die Anwohnerinnen und Anwohner verteilt wurde: (mehr…)