Archiv für August 2010

Morgen: Heimatfilm – Die Siebtelbauern

31.08.2010 Cinema de backyard mit
„Die Siebtelbauern“
21 Uhr im Hof der Liebig34

Ein österreichisches Bergdorf in den 20er Jahren: Die alte Rosalind hat den Bauern erstochen. Seine Mägde und Knechte erben den Hof, und versuchen sich in einem Kollektiv. Den anderen Großbauern passt das gar nicht. Mit krudesten Mitteln versuchen sie „die göttliche Ordnung“ selbst wieder herzustellen.

(mehr…)

„Bürgerschaftliche Aneignungsaktivitäten“ von Senatorin Junge-Reiher

Wer gerne mit Senatorin Junge-Reyer über „bürgerschaftliche Aneignungsaktivitäten“ diskutieren möchte, der sollte sich am Samstag , den 28. August um 11 Uhr ins Flughafengebäude Tempelhof zu einem Forum begeben.

Am 29. August 2010 findet im Flughafengebäude Tempelhof Bauteil A2 (Columbiadamm, 10965 Berlin) eine Ausstellung zu den Wettbewerbsbeiträgen der sechs Büros statt, die im Rahmen des landschaftsplanerischen Wettbewerbs „Parklandschaft Tempelhof“ für eine weitere Bearbeitung Ihrer Entwürfe ausgewählt wurden.
Zusätzlich wird in einem Forum am 28. August 2010 um 11.00 Uhr mit der Senatorin für Stadtentwicklung Frau Ingeborg Junge-Reyer über bürgerschaftliche
Aneignungsaktivitäten und am 29. August 2010 um 11.00 Uhr mit Reiner Nagel, Abteilungsleiter für Stadt- und Freiraumplanung, über die Wettbewerbsbeiträge informiert und diskutiert.

21.8. Fuckparade in Berlin

Alle Jahre wieder im August ist dieses Wummern schon in der Ferne zu hören: die amtsälteste Parade Berlins rollt mit 16 Soundsystemen in die Stadt. Protestiert wird für persönliche und politische Freiheit, für eine Liberalisierung in der Drogenpolitik, für Zwischennutzung und Freiräume – und natürlich gegen die ganze verdammte Umstrukturierung der Stadt in einen blitzblanken videoüberwachten ICE-Bahnhof.

Die Fuckparade versteht sich als offener Interessenverbund politisch und subkulturell aktiver Künstler und Gruppierungen der unterschiedlichsten Musik- und Kunstszenen. Sie ist uneingeschränkt jedem zugänglich, der kulturelle Vielfalt, persönliche Freiheit und gesellschaftliche Toleranz als grundlegende Wertvorstellungen teilt und verbreitet. Gleichzeitig distanziert sich die Fuckparade ausdrücklich von Ausgrenzung, Intoleranz und Faschismus.
Jede Party ist politisch, auch ohne Transparente und Flugblätter. Politisch ist der Umgang der Leute miteinander: Gemeinschaftlich oder sind alle auf einem Ego-Trip? Politisch ist, ob es bei einer Party um die Community geht oder nur um Profit. Politisch ist auch das Verhältnis zur Natur bei einem Open-Air: Bleiben Müllberge zurück? Politisch sind Parties auf denen in Straßen, in Sparkassen und in Konzernzentralen für Veränderung und gegen Gentrifizierung getanzt wird. Und politisch sind Parties, die sich bewusst Kommerz, Konsum und Kontrolle widersetzen. Parties, die zu einem wirklichen Freiraum werden.

Fuckparade 2010 | 21. August | 14 Uhr Leipziger Platz | fuckparade.org

und danach:
14.00 Uhr | Weisestrasse (Neukölln) Strassenfest „Wir bleiben hier!“
15.00 Uhr | Supamolly (Jessnerstr) Strassenfest
16.00 Uhr | Kinzig9 Hoffest

Heute Hofkino: „Prinz in Hölleland“


Prinz in Höllenland (BRD 1993, 96 min)
Regie: Michael Stock

Drogen, Sex & Liebe in Berlin Anfang der Neunziger: „Meine lieben Kinder! Ich erzähle Euch jetzt das Märchen vom schönen Prinzen, dem tapferen Müllersburschen, dem gestrengen König und dem hinterlistigen Zauberer Ätschibätschi. Das Märchen vom Prinzen im Hölleland!“ Erzählt wird dieses Märchen vom Narren Firlefanz, der mit seinem Handpuppentheater die Junkies vom Berliner Kottbusser Tor zur Vorstellung lockt. Es handelt vom Prinzen, der sich in einen Müllersburschen verliebt. Deswegen wird er vom König verbannt. Sie fliehen in den Wald des Zauberreiches Hölleland, doch ihr Glück findet ein jähes Ende, als der Prinz mehr und mehr den süßen Träumen verfällt, die das Pulver des bösen Zauberers hervorruft.
Dieses Puppenspiel bildet den Rahmen für die Geschichte vom „Prinzen“ Jockel und Stefan, deren Freundschaft an Jockels Heroinsucht zerbricht. Angesiedelt zwischen der Aussteigeridylle einer Bauwagen-Kommune, der Kreuzberger Junkieszene und schrillen Tuntenkneipen, verlieren sich Jockel und Stefan in einem Rausch aus Sex, Drogen und Eifersucht. „Prinz in Hölleland“ ist gleichzeitig ein szenegeschichtliches Dokument, denn der Film zeigt Kreuzberg, wie es einmal war. Und lädt ein in vergangene Orte wie das Café Anal oder die legendäre O-Bar.

17.08.2010 ab 21 Uhr im Liebig34 Hinterhof. Ganzes Programm des Sommerkinos hier

Offener Brief zum Erhalt des Linienhofs

Unterstützer_innen überreichten am Dienstag einen offenen Brief an die Eigentümer_innen des Linienhofes. Etwa 20 Aktivist_innen aus verschiedenen Projekten machten sich morgens auf, um den Eigentümer_innen des Grundstücks Kleine Rosenthaler Straße 9 in Berlin Mitte, auf dem sich das selbstverwaltete Werkstattprojekt Linienhof befindet, einen offenen Brief von mehr als 30 Projekten und Gruppen aus Berlin zu überreichen.
Die erste Station war das Büro der „alternativen“ Architektin und Beteiligten der Baugruppe Anne Lampen in der Schlesischen Str 31 in Kreuzberg. Lampen wäre nicht da, und der Besuch und die Diskussion einiger Unterstützer_innen in der vergangenen Woche sei schon genug gewesen, meinten die Mitarbeiter_innen durch die eilig zugeknallte Tür. Der Brief wurde im Briefkasten hinterlegt.

Dann ging es weiter in die Oranienstr 173, wo der freie Journalist und Globalisierungskritiker Mathias Greffrath wohnt, der sich als Vertreter der „Bauherrengruppe“ besonders hervortut. Diesen trafen sie vor Ort an, es kam zu einer wenig konstruktiven Diskussion im Treppenhaus.

Die nächste Station war die taz, die durch die Veröffentlichung eines Artikels von Ex-Hausbesetzer Uwe Rada, einem alten Kollegen von Greffrath, in der vergangenen Woche unangenehm aufgefallen war. Dieser kam nicht heraus, sagte aber telefonisch die Teilnahme an einer öffentlichen Diskussion zu diesem Thema zu. Mehr Kooperationsbereitschaft zeigte der Leiter der Berlin-Redaktion Gereon Asmuth, der in einem Gespräch auf der Straße die Widersprüchlichkeit dieses Konflikts einräumen musste. Über die Veröffentlichung des offenen Briefes und einer weiteren Stellungnahme von Unterstützer_innen müsse beraten werden.

Hortensia Völckers, die künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes und ebenfalls Eigentümerin des umstrittenen Geländes, wurde in ihrem Büro am Lützowplatz 9 nicht angetroffen. Der Brief wurde von einer Mitarbeiterin angenommen.

Offener Brief an die Eigentümer_innen des Grundstücks Kleine Rosenthaler Str. 9 (mehr…)

27.08. – Maskenball im XB-Liebig

Freitag, 27. August, XB-Liebig (Liebigstr. 34, Berlin-Friedrichshain)

Maskenball – Soliparty für das XB. Cocktails (mit Maske billiger), DJs (bunt, unfriedlich, diskursorientiert) und Konzert mit „Sonic Freak Bros.“ (Weird Electro). Bastel eine Maske und tanz sie kaputt.

Morgen: cinema de backyard mit „XXY“

10.08.2010 (RiceUp)
XXY (Argentinien 2007, 87 min)
Regie: Lucía Puenzo

Alex ist fünfzehn – und hat ein Geheimnis. Sie ist beides: Junge und Mädchen. Die Eltern sind mit ihr aus Buenos Aires nach Uruguay ans Meer gezogen, weg vom Geschwätz der Leute. Bald machen auch an diesem wilden Küstenstreifen Gerüchte die Runde. Und obendrein kommt auf Wunsch der Mutter ein befreundeter Chirurg mit seiner Familie zu Besuch. Könnte, sollte man vielleicht? Dabei möchte Alex doch nur den Dingen ihren Lauf lassen, ohne ständiges Getue. Da kommt ihr Álvaro gerade recht, der sechzehnjährige Sohn der Gäste. Ein Kandidat für das erste Mal? Alvaro ist überrumpelt – und fasziniert von der herausfordernden Art, mit der Alex ans Werk geht …

Cinema de backyard. Bis Ende September jeden Dienstag ab 21 Uhr im Hof der Liebig34

Triff den Bürgermeister

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit setzt seine Besuche der zwölf Berliner Bezirke am Mittwoch, 11. August 2010, in Friedrichshain-Kreuzberg fort. Der stellvertretende Bezirksbürgermeister Dr. Peter Beckers (Ordnungsamt usw.) begleitet ihn auf der siebenten Tour. Wowereit informiert sich über Mieten und Gewerbe im Graefekiez. Er spricht mit Mediatorinnen und Betroffenen über Konflikte auf der Admiralbrücke und informiert sich anschließend über Entwicklungen um das Kottbusser Tor. Nach der U-Bahnfahrt zum Schlesischen Tor geht der Regierende Bürgermeister über die Oberbaumbrücke in den Stadtteil Friedrichshain. Dort schaut sich Wowereit im Rudolfkiez um und lässt sich über Perspektiven dieses Gebietes berichten. Zum Abschluss der Tour besucht er Box 66, ein Integrationszentrum für ausländische Familien und Frauen.

1. Station 10.00 bis 11.00 Uhr
Gespräch zum Thema Mieten und Gewerbe im Graefekiez mit Anwohnern und Gewerbetreibenden im Gemeindehaus der Christuskirche. Treffpunkt: Dieffenbachstraße 39, 10967 Berlin
2. Station 11.00 bis 11.50 Uhr
Gang von der Christuskirche zur Admiralbrücke, Gespräch mit Mediatorinnen, Nutzern und Anwohnern über die bestehenden Konflikte. Treffpunkt: Dieffenbachstraße 39 und Admiralbrücke, 10967 Berlin
3. Station 12.00 bis 13.00 Uhr
Information über die Entwicklung des Quartiers um das Kottbusser Tor. Treffpunkt: Kottbusser Tor Ecke Reichenbergerstraße/Dresdnerstraße
4. Station 13.10 bis 13.15 Uhr:
Restaurant Hasir, Adalbertstraße
5. Station 14.30 bis 14.50 Uhr:
Gang über die Oberbaumbrücke. Treffpunkt: Oberbaumbrücke/May-Ayim-Ufer
6. Station 15.05 bis 15.35 Uhr
Situation und Perspektiven im Rudolfkiez. Treffpunkt: Rudolfstraße 14, 10243 Berlin (Zwingli-Kirche)
7. Station 15.50 bis 16.50 Uhr
Box 66 – Integrationszentrum für ausländische Familien und Frauen, Informationen über Projekte, Integration und Situation der Einrichtung. Treffpunkt: Sonntagstraße 9, 10245 Berlin

Wohnungsbesichtigungs-Rallye

Am Samstag, den 31.07.2010 haben wir begonnen, dem Treiben auf dem Friedrichshainer Wohnungsmarkt aktiv zuzuschauen. Als „hedonistische Wohnungsbesichtigungs-Rallye“ klapperten wir so einige Besichtigungstermine der Wohnungsangebote ab, die den Mietspiegel bei weitem übertreffen. Dabei stießen wir auf Wohnungen, die bei 9 und 10 Euro pro Quadratmeter kalt lagen.
Wir „prüften“ die Flächen und die Substanz der Ausstattung auf die Frage hin, was die exorbitanten Mieten rechtfertigen könnte. Dabei kamen wir zu folgenden Ergebnis: Die Mieten sind reine Fantasiebeträge, faktisch durch nichts gerechtfertigt – außer dem Geldhunger des Eigentümers. Durch unsere anschließende Tanzerei konnten wir jedoch die Miete in einem Fall um gut 30 % reduzieren…
Warum hält sich eigentlich keiner an den Mietspiegel? Mieterhöhungen können mit dem Mietspiegel begründet abgelehnt werden. Wieso müssen sich Neuvermietungen nicht am Mietspiegel orientieren?
Diese Fragen werden wir bei unseren nächsten hedonistischen Wohnungsbesichtigungs-Rallyes näher erörtern. Wir laden die Aktiven anderer Kieze dazu ein, selbst hedonistisch hinzuschauen und Samstag-Nachmittags-Spaziergänge mit Musik zu veranstalten. Ein Video der Aktion.

No!Lager: Broschüre zur Residenzpflicht erschienen

Mehrere tausend Menschen sind von ihr allein in der Region Berlin-Brandenburg betroffen: Die Residenzpflicht für AsylbewerberInnen und geduldete Flüchtlinge schränkt die Bewegungsfreiheit vieler Menschen stark ein. Hinzukommen die rassistischen Sondergesetze, die statt Sozialhilfe Wertgutscheine und statt Wohnungen sog. Sammelunterkünfte für Flüchtlinge vorschreiben. Doch im Moment ist einiges in Bewegung. Die Residenzpflicht in der Region wurde gelockert und auch die Unterbringung in Heimen steht unter zunehmender Kritik.
Das Bündnis gegen Lager Berlin-Brandenburg untersucht derzeit alle Sammelunterkünfte, befragt BewohnerInnen und versucht Verbesserungen durchzusetzen. Das Ziel: Die Unterbringung von Flüchtlingen in normalen Wohnungen an Orten, die sie sich selbst auswählen. Und natürlich: Geld statt Gutscheine.


Das No!Lager-Info (PDF) ist eine Art Massen-Newsletter der Kampagne und beleuchtet in der ersten Ausgabe das Thema Residenzpflicht auf 12 Seiten. Inhalt: Bündnis gegen Lager | Residenzpflicht für Flüchtlinge | Leben in Sammelunterkünften | Proteste und Erfolge der Kampagne | Gutscheine statt Bargeld – das Sachleistungsprinzip

Das No!Lager-Info ist über den Infoladen Daneben (Liebigstr. 34, 10247 Berlin) zu beziehen. Gern bearbeiten wir eure Bestellungen postalisch.

Aus dem Inhalt: (mehr…)