Archiv für Juni 2010

Linke Buchtage nächstes Wochenende in Berlin

Am Wochenende vom 25. bis zum 27. Juni finden die 8. Linken Buchtage Berlin statt. Wie in den vergangenen Jahren suchen linke AutorInnen und VerlegerInnen im Mehring­hof in Kreuzberg den Kontakt zum politisch interessierten Publikum und gestalten drei Tage mit Lesungen, Diskussionen und Informationsveranstaltungen.
Das Programm der Linken Buchtage bildet bewusst das breite Ideenspektrum in den linken Debatten der letzten (und kommenden) Zeit ab, und wir hoffen hiermit, den Rahmen für kontroverse, intensive und konstruktive Debatten bereitzustellen. Zahlreiche linke und unab­hängige Verlage werden auch dieses Jahr wieder mit Ihrem aktuellen Programm vor Ort sein. Der Eintritt ist frei.

Ausgewählte Programmpunkte
Freitag, 20 Uhr, Uri Gordon, Hier und Jetzt. Anarchistische Praxis und Theorie
Samstag, 20 Uhr, Andrej Holm, Wir bleiben Alle! Gentrifizierung – Städtische Konflikte um Aufwertung und Verdrängung
Sonntag, 14 Uhr, Christoph Twickel, GENTRIFIDINGSBUMS – oder Eine Stadt für alle

Morgen: Nachttanzdemo wider die Barbarei der Kulturindustrie

Die internationale „fête de la musique“, das Fest der unkommerziellen musikalischen Darbietung wird am 21. Juni zum Sommeranfang begangen. Dem mittlerweile ausgereizten Konzept wird auf dem Convoi-Wagenplatz (Rigaerstr.) mit Programm ab 14 Uhr, Nachttanzdemo und ElektroParty im about::blank noch politisch eins draufgesetzt: Wider die Barbarei der Kulturindustrie. Für freie Musik, Kultur und Freiräume. Für die Freiheit für das Leben – Unkultur von der Straße beben!

Die Themen, Forderungen, Gründe: (mehr…)

Ey, das Bethanien wird besetzt…

Gerade erst gestern eröffnete das „Künstlerhaus Bethanien“ am neuen Standort (Kottbusser Str. 10). Wohl aus Trotz über die Gleichbehandlung mit dem Südflügel (NewYorck) durch das Bezirksamt entschied sich die Clique um den Kultur-Manager Tannert das Bethanien zu verlassen. Im Streit ausgezogen wurde er dennoch mit geringerer Miete, mehr praktischem Raum und Subventionen besänftigt. Mit dem Auszug ist wieder Platz im Haupthaus des Bethanien. Warum also nicht auch diesen Teil kollektiv und unkommerziell nutzen?

Kaum wurde die Neubesetzung des Bethanien heute Nachmittag bekanngegeben, durchbrach die Polizei die paar Menschenketten vorm Haus, und räumten den zugänglichen Teil des Bethanien. Drei Stunden später waren auch die verbarikadierten BesetzerInnen aus dem Gebäude geleitet worden. Mehr als ein Symbol war diese Besetzung nicht – hätte sie mehr sein wollen, wäre mehr nötig gewesen als die Zubringer-Demo „Create Utopia“ mit knapp 300 Leuten und das Festival „Berlin lacht“ am Mariannenplatz.

Das Konzept war theoretisch nicht dumm:

Im Laufe des heutigen Nachmittags wurde der Nordflügel des Bethaniens (ehemaliges Künstlerhaus) in Berlin-Kreuzberg besetzt. Wir forderten unser Recht auf die Gestaltung der Stadt ein und wollen in den leer stehenden Räumen ein selbstverwaltetes Stadtteilzentrum schaffen, in dem verschiedenste Projekte Raum für die Verwirklichung ihrer Ideen haben.
Mit Unterstützung der Create Utopia Demonstration wurde ein Stück der Stadt in unsere eigenen Hände zurückgenommen. Seit ca. 19:10 ist der Nordflügel besetzt.
Nach einem offensiven Auftakt gilt es dabei nun besonders das erreichte zu schützen. Dabei gibt es einige Besonderheiten. Ein Teil der Besetzung ist öffentlich und soll somit für euch und alle Interessierten vor Ort zugänglich sein. Aus diesem Grund geht es dieses Mal weniger darum vor den Eingängen zu stehen sondern erstmal darum team green davon abzuhalten mit Wannen und Material direkt vor das Haus zu kommen. Dazu gibt es diverse Blockadepunkte, denen ihr euch anschließen könnt.

Zur eigenen Frustration kommen dann noch besserwisserische Kommentare

Die Freiraumdemo war mehr als kontraproduktiv und hat nur Kräfte gebunden. Mit der Aufmachung „Create Utopia“ konnte man natürlich auch niemanden erreichen. Bei solchen Aktionen bleibt ihr nur eine Szene.

Trost finden wir, wie so oft, bei Marx:

Soziale Revolutionen … kritisieren beständig sich selbst, unterbrechen sich fortwährend in ihrem eignen Lauf, kommen auf das scheinbar Vollbrachte zurück, um es wieder von neuem anzufangen, verhöhnen grausam-gründlich die Halbheiten, Schwächen und Erbärmlichkeiten ihrer ersten Versuche.

Das Nutzungskonzept: Warum brauchen wir ein kostenloses, selbstverwaltetes Bethanien? (mehr…)

Morgen: RiceUp Mini-Konzert

Das schöne an regelmäßigen Terminen ist, dass sie durch äußere Umstände beeinflusst immer notwendig anders gestaltet werden wollen. Dieses mal ist es nicht nur der Sommer, der uns raus treibt, sondern auch das angeblich beschlossene Ende des gegenüberliegenden Hausprojekts Liebig14.
Unser monatlicher Daneben-Soli-Tresen in Kooperation mit RiceUp-VoKü im XB-Liebig (Liebigstr. 34, nahe U-Bhf Frankfurter Tor) morgen, am 8. Juni ab 19.30 Uhr kündigt ich wie folgt mehrdeutig an. „(In-)offizieller Sommerbeginn am Dorfplatz. Our Streets! – Sommerliches Abhängen am Dorfplatz u.a. mit Ted’s n Grog (Anarcho-Akustikpunk) und evtl. Geigerzähler. Leckere Vokü (vegan) und Info-Input zur aktuellen Situation der Liebig 14.“ Konzert, Vokü, Infos in betont deattraktiver Atmosphäre.

Polizei jagt Aktionsradio

Wie das Aktionsradio vom Wochenende bekannt gab, waren sich die Bullen am Samstag nicht zu blöde die Bödi9 zu stürmen um eine Sendeanlage zu suchen. Während also tausende Berliner auf einigen verbliebenen Brachflächen am Spreeufer versuchten sich wie in idyllischen Parks zu fühlen, zeigten die Bullen beim Infopoint was sie so drauf haben.
Der enorme Aufwand den die Polizei darauf verwertete, ein – sorry – schlecht empfangbares Radio (wessen MP3-Player hat UKW-Empfang?) auszuheben, zeigt doch, dass offensichtlich zu wenig los ist auf den Straßen, offensichtlich zu viele Einsatzkräfte unterwegs sind und offensichtlich nichts bedrohlicheres für die öffentliche Sicherheit und Ordnung von dem Mediaspree-Verhinderungsprojekt ausgeht als die örtlich und zeitlich stark begrenzte Nutzung einer UKW-Frequenz.

Presseerklärung des Pirat_innenradios 95.2 UKW: (mehr…)