Kongress: Feministische Ökonomiekritik

Seit gestern läuft in Berlin der Kongress: „Who cares? Queer-feminismus und Ökonomiekritik“ an verschiedenen Orten in Neukölln. Das Programm enthällt knapp 30 ReferentInnen, die queer-feministische Positionen für eine Ökonomie- und Gesellschaftskritik vor allem wissenschaftlich in Workshops bearbeiten.

Aus der Ankündigung:

Wir wollen überlegen, wie wir die kapitalistische, heteronormative und gesellschaftliche Reproduktion analysieren und kritisieren können. Und wir wollen uns eine alternative Gesellschaft vorstellen, die jenseits von Ausschlusskriterien wie Klasse, Geschlecht, Nationalität oder fragwürdigen, individuellen Fähigkeiten ein gutes Leben für alle anstrebt.
Die Verschränkungen von Ökonomie, Geschlecht und heteronormativer Gewalt bilden dabei einige der zentralen Achsen unserer Auseinandersetzungen. Wir beziehen uns solidarisch-kritisch auf eine lange Tradition verschiedener feministischer Auseinandersetzungen und Forderungen. Diese reicht von den Anfängen der bürgerlichen Frauenbewegung, über die feministische Ökonomiekritik der zweiten Frauenbewegung, bis hin zu jüngeren Ansätzen einer radikalen Dekonstruktion heteronormativen Arbeitsteilung.
Wir wollen mit diesem Event einen Auftakt für kommende politische Allianzen und gesellschaftskritische Bündnisse veranstalten. Wir wehren uns gegen eine kapitalistische Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, die Menschen nicht versorgt, sondern Lebensgrundlagen und Solidarität zerstört, Menschen normiert, und diskriminiert – und andere wiederum privilegiert.
Wir mischen uns in eine Ökonomie ein, in der die tagtägliche Arbeit für die Bedürfnisse von Menschen unsichtbar gemacht und entwertet wird; in eine Ökonomie, in der unterschiedliche Möglichkeiten der Existenzsicherung rassistisch verteilt sind und Männlichkeit privilegiert wird, in eine Ökonomie, in der Körper durch heteronormative Abhängigkeitsverhältnisse als Arbeitskräfte verfügbar gemacht werden.
Wir wollen diese gewalttätige Ökonomie der Abhängigkeiten, Privilegien und Diskriminierungen nicht!
Wir wollen ihr etwas entgegensetzen, indem wir uns vernetzen und gemeinsam Kritiken und Handlungsoptionen entwickeln
– welcome: enjoy and participate!