Brunnen183: Günstig abgegeben

Niemand will verantwortlich sein für die Räumung des Hausprojekts Brunnenstr. 183. Der Hausbesitzer Kronawitter hat den BewohnerInnen das Haus vor der Nase weggeschnappt, und damit ein Gebäude in attraktiver Lage erworben. Dabei wollte er nie genau dieses Haus umbauen sondern eigentlich durch die politische Brisanz Druck auf den Senat ausüben ihm ein anderes lukrativeres Grundstück als Ersatz zu geben. Der Senat lies sich nicht erpressen und nahm den „politischen Krawall“ hin. Dass dieser nun größtenteils ausbleibt ist weder im Interesse der BewohnerInnen, noch im im Sinne des Besitzers Kronawitter. Die Hoffnung, dass alle Seiten ihre Rolle in dieser Aufführung des Kronawitter spielen, ist nicht aufgegangen. Naja, ein wesentliches Projekt (incl. Umsonstladen) und ein paar kollektiv-MierterInnen in Berlin weniger.

Zu Recht wird der irre Polizeieinsatz kritisiert, aber irgendwie läßt sich der Verdacht nicht abschütteln, dass bereits im Juni, als die meisten aktiven BewohnerInnen das Projekt verließen, das ganze Ding von der ganzen Stadt abgeschrieben wurde. Die Alternativlosigkeit, die allerseits als Hindernis für den „Kampf“ in Sachen Brunnen183 angeführt wird, ist nur der eigenen Unfähigkeit geschuldet sich auf herkömmliche Auseinandersetzungsformen zu besinnen, statt zu hoffen und zu harren, dass sich machtvolle Akteure sich unser annehmen werden.

1. Frag dich wer du bist, was du willst, ob du das leistest und wer deine Verbündeten sind?
2. Sorg dich um Gegenmacht, Gegendiskurs und Unabhängigkeit.
3. Sei populistisch und stell Fragen, die über das eigene hinausgehen. Beschäftige dich mit den Antworten.
4. Bleibe trotz des prekären Daseins im Alltag handlungsfähig.
5. Nutze unvorhersehbare Mittel, spiel nicht „denen ihr spiel“.
6. Feiere Erfolge und reflektiere Niederlagen.

Mal ehrlich, wenn sich der Rot/Rote-Senat in Sachen Polizeiwillkür, Anti-Besetzungs-Hetzkampagnen und Extremismusgefasel dem Ex-CDU-Senat größtenteils gleicht, ist es doch langsam legitim auch entsprechende Aktionsformen zu wählen. Immer dran denken: Wir sind grad nicht Regierung – Die Schonfrist muss bald vorbei sein, damit das neu zu wählende Abgeordnetenhaus 2011 ja nicht glaubt, dass schon ok ist, so wie es läuft.