Polizei durchsucht Liebig34 und Liebig14

Gegen 15 Uhr wurden heute die Hausprojekte Liebigstraße 14 und das gegenüberliegende Frauen/Lesben/Trans-Haus Liebig34 von der Polizei gestürmt und zusammen mit der Staatsanwaltschaft durchsucht. In der Liebig34 wurden mehrere Türen zum Treppenhaus aufgebrochen und dann gingen die Lichter aus. Anwesende wurden ruhig gestellt und durften das Haus nicht verlassen. Das Haus wurde Wohnung für Wohnung durchsucht und dabei z.T. erhebliche Schäden angerichtet. Auch der Keller wurde aufgebrochen. Nur von den Vereinsräumen im Erdgeschoss XB-Liebig und dem Infoladen Daneben wurden die Finger gelassen. Nach zwei Stunden entspannte sich etwas die Lage – offenbar war man nicht fündig geworden. Vor den Häusern hatten sich rund 200 UnterstützerInnen eingefunden, die nach vier Stunden, so gegen 20.30 Uhr, eine Spontandemo zum Boxhagener Platz machten.

„Gefahr im Verzug“
Nach Angaben der Polizei brannte gegen 2.20 Uhr an der Proskauer Straße ein BMW. Fast gleichzeitig wurde wenige Meter weiter an Bänschstraße ein Audi angezündet. Gegen 2.55 Uhr traf es an der nahe gelegenen Friedenstraße am Platz der Vereinten Nationen einen Porsche. Die Tatorte liegen nur 2,5 Kilometer von einander entfernt und lassen sich zu Fuß in einer halben Stunde ablaufen.
Laut Medienberichten soll ein 23-jähriger in Tatortnähe festgenommen worden sein. Dieser soll in der Liebig14 wohnen. Weshalb auch in der Liebig34 durchsucht wurde ist unklar. Gesucht wurden Tatmittel und weitere Tatverdächtige. Halbwegs akzeptabler Beitrag dazu auf Indymedia.

Lieblingskommentar auf Indymedia, was das Gelaber im Biotop „Dorfplatz“ dazu gut beschreibt:

Solange Pfosten wie du gegen Aktionen hetzen die deinen eigenen Aktionslevel übersteigen, wird sich hier nix ändern. Komischer weise hetzt kein „militanter“ gegen Leute die „friedvoll“ agieren (es sei denn sie stehen als schaulustige im weg). Immer dieses staatskonforme „davon muss ich mich jetz aba ganz dolle mal distanzieren, ey echt ne, sowas gab’s in Stuttgart nisch!“. Über Sprüche wie deinen freut sich der Staatsschutz wohl am meisten!

Und auch mal was Ordentliches

Was auch immer diese Nacht vorgefallen sein mag – die Festnahme eines angeblich daran irgendwie Beteiligten kann gut auch ein konstruierter Vorwand sein, um die Liebig14 vor der anstehenden Räumung schon intensiv zu inspizieren. Dann wissen sie schon mal, worauf sie sich räumlich einlassen. Das war bei früheren Räumungen auch schon so gemacht worden. Verunsicherung und Einschüchterung in der Hausgemeinschaft bewirken kann ebenso ein Grund sein.

Fakt ist: Mal wieder sitzt ein junger Mensch in Untersuchungshaft, weil er nachts zufällig den erfolgshungrigen Cops über den Weg gelaufen ist. Dass sie diesmal die Chance genutzt haben gleich zwei Hausprojekte zu begehen in denen sie schon lange nicht mehr waren, zeigt nur, dass sie können, wenn sie wollen. Doch das wissen wir schon seit der Räumung der Mainzer Straße 1991.