Archiv für Mai 2009

Vor den Action-Weeks

Wie steht es um die Organisierungsprozesse im Streit um öffentlichen Raum?

Einen guten Überblick gab die Veranstaltung des Wagenplatz Lohmühle Anfang Mai. Verschiedene Initiativen stellten sich und ihre Arbeit vor. Anwesend waren der RAW-Tempel, die AGs Spreeufer und Spreepirat_innen von MediaSpree versenken, Wagenplatz Lohmühle und Initiative Karla Pappel, die Kampagne gegen Zwangsumzüge und die Initiative zum Erhalt der Eisfabrik.

Upper-Eastside meint: Die Bürgerinitiative Mediaspree hat anscheinend den falschen Eindruck erweckt! Der Neubau des Modecenters „Labels II“ am Osthafen ist lange vor seiner Eröffnung im Juli zu über 80 Prozent vermietet. Die Ostprinzessin hat ihre neue Zeitung „Schnuppe“ herausgebracht, in der sie auch die inhumane Debatte um die in Kreuzberg abgewiesenen Roma auseinander nimmt.
Die SpreepiratInnen berichteten über die Absperrung des Gründstücks Köpenicker Str. 34-38 in Berlin-Kreuzberg. Das Gelände ist Eigentum der HochTief AG und der Kilian Projektmanagement GmbH. Diese haben zur Absicherung ihres teilweise unbebauten Grundstücks sogenannten Nato-Stacheldraht verlegt. Dieser Stacheldraht ist besonders heimtückisch und kann lebensgefährliche Verletzungen verursachen, da sich zwischen den Stacheln eine Klinge befindet. Nun haben sich anscheinend einige ein Herz gefasst und zwei Eingänge zu dem Gelände geschaffen. Damit sich keiner am Nato-Draht verletzt, wurden Platten über die gefährlichen Stellen gelegt. Somit ist zumindest der Zugang zur Spree wieder frei.

In Berlin wurde ein Bündnis für eine Kampagne „Steigende Mieten stoppen!“ gegründet. Während eifrig Pläne geschmiedet werden, wie die Kampagne effektiv in die Öffentlichkeit hinein wirken und Druck auf die mieterfeindliche Senats- und Bundespolitik ausüben soll, wurde schon mal zur Vernetzung – na klar – ein Blog lanciert: mietenstopp.blogsport.de

In Neukölln zeichnen sich neue Wege in der Nachbarschaftsarbeit ab, die sich Linke und Menschen mit anarchistischen Anspruch genau anschauen und in denen Sie sich vielleicht einbringen sollten. Die Ansätze der Sozialer Arbeit werden teilweise politischer. Sie setzen immer öfter auf das Aufbrechen von anonymen Vereinzelungstendenzen und die Selbstorganisation der Betroffenen vor Ort.

Wir fordern den Senat auf, den Zaun zu öffnen. Falls das nicht geschieht, werden wir uns das Gelände mit Hilfe des zivilen Ungehorsams aneignen.“ So steht es im Aufruf der Aktion „Squat Tempelhof“.
Eine Besetzung vom Flughafen Tempelhof wird nicht geduldet. Das sagt diesmal nicht die Polizei, sondern die Berliner Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer zur angekündigten öffentlichen Massenbesetzung des ehemaligen Flughafen Tempelhofs am 20.06.09. Das Bemerkenswerte daran ist nicht die Aussage, sondern die Tatsache, dass sich der Berliner Senat politisch zum Thema äußert, anstatt wahlweise die Polizei oder den Innensenat vorzuschicken. Warum der Senat unbequeme Fragen zu Stadtumstrukturierung, Gentrification und Mietexplosion meidet, wird auch im Laufe des Interviews mit Junge-Reyer deutlich. Denn ein „Tempelhof für alle“ will sie anscheinend nicht. Aktionskonzept für den 20.06. > Den Tag der Massenbesetzung.

Jeden Donnerstag zwischen 18.30 und 19.30 Uhr treffen sich am Tor 2 des RAW, Nachbarn und unterschiedliche Initiativen, um Ideen auszutaschen. Für einen lebendigen KIEZ!

Und auch das Hausprojekt Rigaer94 fordert wieder Solidarität ein. Am 5. Juni endet die frist des Hausbesitzers auliche Veränderungen im Flur zu beseitigen. Ein Zitat dass uns aus dem Herzen spricht stand auf Indymedia. Weil es so schön ist, veröffentlichen wir es hier komplett. In tiefer Dankbarkeit für Worte die viele denken aber keiner traut auszusprechen.

Als alleinerziehende Mutter, die von Hatz IV lebt und seit ihrer Kindheit in der Rigaer wohnt, hab ich keine Chance, in die schicken F‘hainer Yuppie Quartiere umzuziehen. Eigentlich will ich das auch nicht, weil ich mich in „meiner“ Straße wohl fühle. Aber in letzter Zeit wünsche ich manchmal, ich könnte es. Freiräume sind gut. Aber unter Freiraum verstehe ich, dass sich nicht nur eine kleine Gruppe frei entfalten kann, sondern alle. Wenn ich aber mit meinem Kinderwagen vor euern Häusern die Straßenseite wechseln muss, weil ich sonst durch Berge von Hundekacke, Scherben und Müll fahren muss, ist zumindest meine Freiheit eingeschränkt. Das war mal anders, was ist passiert? Haben eure Bewohner gewechselt und sind in den vergangenen Jahren kleine Dreckschweinchen eingezogen? Also bitte Jungs und Mädels, ein bisschen Sauberkeit wird eure Ideale nicht zerstören. Ich hab jedenfalls noch nicht gehört, dass Revolutionen nur auf Müllkippen gedeihen können. Ihr werdet mich sicher nicht sehr ernst nehmen, weil ich ja als spießige Mami zum Establishment gehöre. Aber lasst euch trotzdem gesagt sein, ihr hättet unter den Altrigaern viel mehr Unterstützer, wenn ihr eure Ideale von Gerechtigkeit, Solidarität etc. auch wirklich leben würdet, statt selbstbezogen nur das eigene Ding durchzuziehen und das Leben der Nachbarn zu erschweren.

Die Zeichen stehen auf Sturm! Packen wirs an..

What are you doing now?

Wenn ihr es genau wissen wollt: Wir haben gerade tolle Videos gegen den Coburger Convent produziert

„Nichts kann so verbindend sein, wie der gemeinsame Hass auf etwas..“ meint Anton Tschechow zum neuen Meckermagazin HATE, das von Ex-Politnicks kostenlos in die Berliner entpolitisierte Clubszene gestreut wird. Wäre nicht der fiese Artikel von Felix Nicklas gegen unseren Twitteraccount, würden wir uns nicht mit dieser Belangslosigkeit beschäftigen. Felix meint hinter Twitter den erneuten Versuch dummer Leute zu erkennen die Öffentlichkeit mit ihrem absurden Lebensmüll zu verpesten. Statt sich darüber zu freuen, dass Öffentlichkeit nicht nur für 3,60 EUR pro Woche auf den Seiten der „Zeit“ stattfindet, sondern auch Nicht-Journalisten der Zugang zu Publikationasmitteln offen steht, sehnt sich Felix nach einer Welt, in der ihm alles fein säuberlich und standardisiert erklärt und aufbereitet wird. Gerade weil Twitter ausschließlich Fragmente von Lebenszeit ansich irrelevanter Leute enthält ist es spannend. Wo bekommst du sonst so authentisch mal zu hören was uns grad bewegt? Und die HATE würde es ohne Blogs wie KKK und CC, die Berichte über das trashige ordinary life einer degenerierten Partyszene zu einem ernstzunehmenden Typus von Borderline-Journalismus erhoben haben, auch nicht geben. So siehts nämlich aus..

Infoladendienstag im XB

Wie immer jeden zweiten Dienstag im Monat kochen wir für euch, putzen das XB, spielen unsere Lieblingsmusik und haben endlich mal Zeit mit euch zu plaudern. Am 12. Mai ab 20 Uhr zu Gast: die Gruppe „Out of Action“

Hier die Ankündigung für den Abend:

Politische Aktivität geht oft mit dem Erleben von Situationen einher, die zu einem psychischen Trauma führen können. Dies ist kein privates Problem der Betroffenen, sondern eine Methode von Repression, der wir etwas entgegen setzen wollen. In unserer Veranstaltung werden wir erzählen, wie es zu einem Trauma kommen kann, woran ein Trauma zu erkennen ist und Möglichkeiten im Umgang damit aufzeigen. Davor wie immer vegane Vokü, danach Abhängen, Mucke, Kicker. Eintritt frei.


Ihr wollt auch mal unsere Gäste sein, was erzählen, uns und andere begeistern, motivieren und mobilisieren?
Dann kommt doch einfach zu Öffnungszeiten im Infoladen Daneben vorbei und sprecht die freundlichen LadenbetreuerInnen an.