MyFest Spektakel und Nachbarn

Zwar nicht Friedrichshain, aber trotzdem interessant fanden wir den Streit auf Indymedia zum MyFest. Unverständnis ernteten jene, die sich als Organisatoren eines irgendwie doch selbstgemachten MyFestes verstehen und jedes Jahr mit Unterstützung des Bezirksamtes Bühnen, Stände und Kleinkunst bereitstellen. Per Presseerklärung beschwerten sie sich über die mäßige Betreuung durch das Bezirksamt. Auf der anderen Seite der Vorwurf, das MyFest sei ein staatliches Projekt ohne und vor allem gegen die Bürger, um den 1. Mai zu befrieden. Ein Kommentar hat uns besonders gut gefallen, da hier Strukturen aufgedeckt werden, die das MyFest in einem nicht ganz so ambivalenten Licht darstellen.

Dieses Myfest ist ein mit Staatsknete bezahltes Straßenfest, organisiert von einer Mitarbeiterin des Bezirksamtes, die zeitgleich im Parteivorstand der SPD ist, die Partei also, die gerade in Berlin den Bürgermeister stellt. Silke Fischer ist nicht die Hausbesetzerautonome, die mit der Bevölkerung ein Fest macht, Silke Fischer befriedet mit Geld vom Innensenator für die SPD den Kiez. Dabei ist sie noch die beste Informantin in Richung Polizei, wenn es darum geht, was die tatsächlichen 36er so planen zum 1. Mai. Sie veranstaltet das Fest mit einer kleinen Gruppe von Leuten, die sich so gegenseitig mit Staatsgeldern versorgen. Den Straßenhändlen am 1. Mai werden von H. Sönmez, der mit Silke gleichzeitig im Vorstand der Luisenstadt e.G. ist und im QR Mariannenplatz, horende Summen Standgebühren abgeknöpft, die zum großen Teil in seine eigenen Taschen fließen. Beim Myfest werden aus der Fischer-Truppe Leute mit Geld versorgt, die mit ihr im QRat und in der Genossenschaft aktiv sind und sich seit Jahren an Staatsknete selbst bereichern – es sind immer die gleichen Personen, Familie Sönmez, Marc Konic, Manne Wetzel etc…
Ich frage mich, warum die Crew jetzt so ein Wind macht – der Grund scheint mir zu banal und es ist inzwischen auch langweilig, wie sich das SPD-Mitglied S. Fischer am Grünen-Mitglied M.Herrmann versucht abzuarbeiten – banale parteipolitische Scheiße, mit der wir hier nix zu tun haben wollen!!! Also sagt Leute, ist euch endlich jemand auf die Schliche gekommen? Habt ihr Angst, dass ihr mit der Myfestverarsche nicht mehr eure Taschen vollstopfen könnt?

Dass sich eine Handvoll Händler, Vereine und Polit-Leute trotzdem vor den MYFest-Karren spannen und sich auch als wahrhaftige Organisatoren wahrnehmen, die im Schweiße ihres bürgerschaftlichen Engagement quasi postautonome Kiez-Politik mit dem MyFest betreiben, bleibt leider verdeckt. Diese Debatte wäre auch mal interessant. Wer macht eigentlich das MyFest möglich?

Die freundlichen NachbarInnen des MyFest, das New Yorck im Bethanien hat endlich eine relativ sichere Zukunft vor sich. Der Vertrag ist auf 3-6 Monate befristet und setzt eine Miete fest, die nahe der ursprünglichen Forderung von ca. 10000 Euro liegt. In den kommenden Monaten soll – dies ist im Vertrag ausdrücklich vorgesehen – ein Selbstverwaltungsmodell für den Bethanien-Südflügel entwickelt und umgesetzt werden. Mit einem solchen Modell können die Kosten deutlich gesenkt werden. Herzlichen Glückwunsch

Die freundlichen Nachbarin Ostprinzessin ist nach ernüchternden Sitzungen aus dem Sonderausschuss Spreeraum ausgetreten.

Im Sonderausschuss habe ich feststellen müssen, dass sich die willfährige Politik für Aufwertungen und Verdrängungen, ausgeführt und betrieben durch die sogenannten Linken, die sogenannten Grünen und die sogenannte Sozialdemokratie, weiter fortsetzt.

War irgendwie vorprogrammiert, trotzdem schade.

Und: Aus „Wir bleiben alle!“ wird „United we will stay!“, ein Bündnis, was Mitte März eine große Demo gegen Vertreibung organisieren will. Ein schöner Text über die Liebig34 ist auf der Seite.


1 Antwort auf “MyFest Spektakel und Nachbarn”


  1. 1 „Politik machen“: Sonderausschuss zu MediaSpree aufgelöst « Infoladen Daneben blogt Pingback am 04. Dezember 2009 um 22:48 Uhr
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