Archiv für Januar 2009

MyFest Spektakel und Nachbarn

Zwar nicht Friedrichshain, aber trotzdem interessant fanden wir den Streit auf Indymedia zum MyFest. Unverständnis ernteten jene, die sich als Organisatoren eines irgendwie doch selbstgemachten MyFestes verstehen und jedes Jahr mit Unterstützung des Bezirksamtes Bühnen, Stände und Kleinkunst bereitstellen. Per Presseerklärung beschwerten sie sich über die mäßige Betreuung durch das Bezirksamt. Auf der anderen Seite der Vorwurf, das MyFest sei ein staatliches Projekt ohne und vor allem gegen die Bürger, um den 1. Mai zu befrieden. Ein Kommentar hat uns besonders gut gefallen, da hier Strukturen aufgedeckt werden, die das MyFest in einem nicht ganz so ambivalenten Licht darstellen.

Dieses Myfest ist ein mit Staatsknete bezahltes Straßenfest, organisiert von einer Mitarbeiterin des Bezirksamtes, die zeitgleich im Parteivorstand der SPD ist, die Partei also, die gerade in Berlin den Bürgermeister stellt. Silke Fischer ist nicht die Hausbesetzerautonome, die mit der Bevölkerung ein Fest macht, Silke Fischer befriedet mit Geld vom Innensenator für die SPD den Kiez. Dabei ist sie noch die beste Informantin in Richung Polizei, wenn es darum geht, was die tatsächlichen 36er so planen zum 1. Mai. Sie veranstaltet das Fest mit einer kleinen Gruppe von Leuten, die sich so gegenseitig mit Staatsgeldern versorgen. Den Straßenhändlen am 1. Mai werden von H. Sönmez, der mit Silke gleichzeitig im Vorstand der Luisenstadt e.G. ist und im QR Mariannenplatz, horende Summen Standgebühren abgeknöpft, die zum großen Teil in seine eigenen Taschen fließen. Beim Myfest werden aus der Fischer-Truppe Leute mit Geld versorgt, die mit ihr im QRat und in der Genossenschaft aktiv sind und sich seit Jahren an Staatsknete selbst bereichern – es sind immer die gleichen Personen, Familie Sönmez, Marc Konic, Manne Wetzel etc…
Ich frage mich, warum die Crew jetzt so ein Wind macht – der Grund scheint mir zu banal und es ist inzwischen auch langweilig, wie sich das SPD-Mitglied S. Fischer am Grünen-Mitglied M.Herrmann versucht abzuarbeiten – banale parteipolitische Scheiße, mit der wir hier nix zu tun haben wollen!!! Also sagt Leute, ist euch endlich jemand auf die Schliche gekommen? Habt ihr Angst, dass ihr mit der Myfestverarsche nicht mehr eure Taschen vollstopfen könnt?

Dass sich eine Handvoll Händler, Vereine und Polit-Leute trotzdem vor den MYFest-Karren spannen und sich auch als wahrhaftige Organisatoren wahrnehmen, die im Schweiße ihres bürgerschaftlichen Engagement quasi postautonome Kiez-Politik mit dem MyFest betreiben, bleibt leider verdeckt. Diese Debatte wäre auch mal interessant. Wer macht eigentlich das MyFest möglich?

Die freundlichen NachbarInnen des MyFest, das New Yorck im Bethanien hat endlich eine relativ sichere Zukunft vor sich. Der Vertrag ist auf 3-6 Monate befristet und setzt eine Miete fest, die nahe der ursprünglichen Forderung von ca. 10000 Euro liegt. In den kommenden Monaten soll – dies ist im Vertrag ausdrücklich vorgesehen – ein Selbstverwaltungsmodell für den Bethanien-Südflügel entwickelt und umgesetzt werden. Mit einem solchen Modell können die Kosten deutlich gesenkt werden. Herzlichen Glückwunsch

Die freundlichen Nachbarin Ostprinzessin ist nach ernüchternden Sitzungen aus dem Sonderausschuss Spreeraum ausgetreten.

Im Sonderausschuss habe ich feststellen müssen, dass sich die willfährige Politik für Aufwertungen und Verdrängungen, ausgeführt und betrieben durch die sogenannten Linken, die sogenannten Grünen und die sogenannte Sozialdemokratie, weiter fortsetzt.

War irgendwie vorprogrammiert, trotzdem schade.

Und: Aus „Wir bleiben alle!“ wird „United we will stay!“, ein Bündnis, was Mitte März eine große Demo gegen Vertreibung organisieren will. Ein schöner Text über die Liebig34 ist auf der Seite.

Friedrichshainer : Der Geschichtsverein

Der Friedrichshainer Geschichtsverein „Hans Kohlhase“ erfreut uns seit eingen Jahren mit mehr oder weniger interessanten Kiezgeschichten, Spaziergängen, Ausstellungen und Veranstaltungen. Seit 2005 erscheint regelmäßig das kopierte Heft „mont Klamott“ und der historische Kalender.

Aktuell hat der Verein den Dokumentarfilm „Zusammen Leben“ über den Alltag in Friedrichshain 2008 produziert. Ein Team befragte zwischen April und November 2008 Jugendliche nach ihrem Leben in Friedrichshain, ihre Sorgen, die Arbeit und die Empfindungen.

Gezeigt wird der Film am 24. Januar und 21. Februar 2009 jeweils 21 Uhr im Filmrisz, Rigaer Str. 103

Grad mal 2009 und schon an 2010 denken..

Der Jahreswechsel eignet sich bekanntlich dazu Plenumspausen mal wirklich zu genießen, in uns zu gehen und Pläne zu schmieden. Wie das bei der Ostprinzessin von ABRISS-Berlin aussieht, hat uns inspiriert:

Und so sitze ich hier und weiß nicht mehr, wofür ich sein soll: Einen Vertrag (für das Bethanien) unterschreiben oder selbstorganisierten Häuserkampf? In den Ausschüssen miteinander reden und voneinander lernen, oder Wut rauslassen, Zeichen setzen?

Achja, das Bethanien. Ist wohl angeblich eingeknickt, wenn wir Baustadträtin Kalepky glauben sollen. Fest steht, dass ein Alternativ-Vorschlag für einen zeitlich begrenzten Mietvertrag gemacht wurde – mit Bauchschmerzen, weil in Höhe der geforderten Miete. Gleichzeitig bietet er jedoch eine Chance, in den nächsten Monaten ein Selbstverwaltungskonzept für den gesamten Südflügel zu entwickeln, mit dem die Mietkosten voraussichtlich in Zukunft auch für weitere nicht-kommerzielle Projekte niedrig gehalten werden können.

Bezirksbürgermeister Franz Schulz lädt zur Teilnahme an den Regionalveranstaltungen zur Aufstellung des nächsten Bürgerhaushalts von Friedrichshain-Kreuzberg. “Für den Haushalt 2009 sind in 2008 schon 362 Vorschläge eingereicht und in Höhe von 830.000 EUR zusätzlich verbindlich eingeplant worden. Damit konnten viele Vorschläge umgesetzt werden. Dieses Verfahren wollen wir auch für den Haushalt 2010 weiterführen. Jeder Vorschlag wird ernst genommen”, heißt es in der Einladung. Die Termine finden sich hier. Unten die für uns relevanten:

27.1., OSZ, Straßmannstr. 14-16
10.2. 18.30 Uhr, Feuerwache, Marchlewskistr. 6
16.2., 18 Uhr, Jugendclub Skandal, Gryphiusstr.29
17.2., 18 Uhr, Forcki, Forckenbeckplatz

Endlich.. Infoladen Website, Twitter, Myspace, Youtube, Facebook

Nachdem wir endlich unsere Internetpräsenz auf nadir.org aktualisiert haben, lag nahe, neben dem Blog, auch noch die anderen tollen sozialkulturellen Web2.0-Zeittöter einzurichten. Deshalb dürft ihr ab sofort mit Nachrichten eures Infoladen Daneben auf twitter.com, myspace.com, facebook.com und youtube.com rechnen.

Unsere alte Domain infoladen-daneben.de kostete mittlerweile 3000Euro, weshalb wir außer der nadir-Subdomain auch noch die kostengünstigere daneben.info eingerichtet haben. In jedem Fall steht euch nun wieder unser Online-Archiv zur Verfügung.