Immobilienrally notwendiger denn je

Am Samstag findet ab 14 Uhr mal wieder das Häuserrennen statt. Startpunkt der Demo ist Rigaerstr./Liebigstr. und endet auf der Oberbaumbrücke. Baut euch eine trag- oder fahrbare Hauskonstruktion und gewinnt den Preis für das „Rendite versprechendste“ Haus. Danach sind etliche VoKüs/Veranstaltungen/Partys geplant – wie immer total kurzfristig von Mund zu Mund mobilisiert.
Die „Rennsaison um Abschreibungsobjekte, Immobilienmaklerei und Investionsgelder“ wird damit eingeläutet. Tatsächlich stellt sich Berlin auf einige dreckige Dinge ein. Das Hausprojekt Liebig14 hat eine herbe Niederlage vorm Amtsgericht Lichtenberg hinnehmen müssen. Demnach sind Räumungsklagen des Besitzers Beukler gegen die BewohnerInnen des Projekts erfolgreich, wenn die Kündigungen wegen baulicher Veränderungen (in diesem Fall eine Zwischentür) ausgesprochen wurden. Schon nächste Woche wird über eine weitere der zehn Wohnungen entschieden.
Das Kulturprojekt „Fleischerei“ am Rosenthaler Platz wurde gekündigt. Selbst auf der Auszugsparty wird nochmal nachgetreten – zu laut, gibt auf die Fresse..

Beim NewYorck sieht es nicht besser aus: Die Verhandlungen über einen Mietvertrag für die seit 3 Jahren besetzten Flächen im Bethanien-Südflügel am Mariannenplatz in Berlin-Kreuzberg sind in einer entscheidenden Phase. Während der Projektezusammenhang „NewYorck im Bethanien“ bereit ist, eine kostendeckende Miete zu zahlen, die auch eine gemeinnützige Projektarbeit möglich macht, droht der Vertragsabschluß an den überzogenen Mietforderungen und an der Unbeweglichkeit der Gesellschaft für Stadtentwicklung (GSE) und des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg zu scheitern. Währenddessen ist das sOfa ausgezogen und ist damit der Kündigung gefolgt.

Und wo das alles hinführt, wissen wir spätestens seit dem Quartiersmanagment am Boxi: Was nach der ganzen Sanierung, Abschottung und Vereinzelung bleibt, sind wenige öffentliche Plätze wie der Boxhagener Platz, an dem sich alles sammelt was sich früher noch aus dem Weg gehen konnte. „Wie eine Ratte im Labyrinth muss man die Wege zu Ende gehen bis hin zu den wenigen Durchgängen nach außen.“ Und alles nur damit der Kapital-Standort Berlin nicht mal so aussieht wir bei denWeb Urbanists schockierend dargestellt.

Aber jetzt gibts ja sowas wie Bürgerbeteiligung. Die Senatsverwaltung macht uns das Angebot, bis zum 6. Oktober den Flächennutzungsplan zu kommentieren. Das hat Auswirkungen auf Tempelhof – also ran an die Tastaturen! Einzige Alternative scheint die Eigeninitiative! Die Nutznießer mal für die Inneneinrichtung zahlen lassen oder selber Stadtteilinitiativen gründen..

Nicht vergessen: Mittwoch, 10. September, 17.30 Uhr „Nussbaumparkettlogen für Alle!“