Archiv für April 2008

Straßenfest und Squatterdays – Wie wars?

Am Samstag den 12. April wurde in Berlin-Friedrichshain an der Kreuzung von Liebigstraße und Rigaerstraße ein Straßenfest veranstaltet. Es stand im Zusammenhang der Internationalen Aktionstage für besetzte Häuser und autonome Räume, anlässlich derer zahlreiche Aktionen in Europa weltweit stattgefunden haben. Für diese öffentliche Veranstaltung wurde die genannte Kreuzung für einen Tag besetzt und von unterschiedlichen (Haus-)Projekten und Einzelpersonen genutzt um Informationen auszutauschen und zusammen zu feiern. Tatsächlich folgten der Ankündigung nur wenige Nachbarn. Umso richtiger die harsche Kritik auf Indymedia:

„Vielleicht sollte mal über eine Änderung der Strategie nachdenken, wenn man sich Kraft und Unterstützung/ Solidarität aus der Nachbarschaft erhofft? Sofa auf die Straße gestellt und Kids mit Bällen auf dieses Beulkerfoto zielen lassen, das zieht halt niemanden an. (…) Wenn nich bald ein Sinneswandel passiert, dann ist es nicht der Kapitalimus, der von innen zu faulen beginnt, sondern dann faulen ganz andere Aktionen…“

Das untenstehende Video zeigt den letzten Teil des Straßenfestes. Die Polizei war geneigt die Straße nach Stundenlanger Besetzung endlich zu räumen. Doch so einfach war das doch nicht.

Was gabs noch an den Squatterdays?
Eine Critical Mass von 25-30 Fahradfahrer_innen blockierte temporär verschiedenste Kreuzungen in Berlin – Friedrichshain, Prenzlauer Berg und Mitte. Anschließend kam es noch zu einer unangemeldeten Spontandemonstration.
Ein Überblick über die Ereignisse der beiden Tage findet sich auf Indymedia und in der Protest-Sendung der Freien Radios

Squatter Days – Berlin

Es hat sich ja in den letzten Monaten angekündigt: Die internationalen BesetzerInnen-Tage am Wochenende 11.-13. April bauen auf Eigenverantwortung und do it yourself. Keine zentrale Planung öffnet den Raum für eigene Aktionen. Du brauchst nur eine Handvoll Leute und Ideen – los gehts. Fragwürdiges Konzept in einer Linken, die auch zunehmend individualisiert und zersplittert ist. Ob es aufgeht werden diese Tage zeigen. Hier einige Tipps für Kurzentschlossene:
Heute ab 14 Uhr soll auf dem Dorfplatz (Rigaerstr./Ecke Liebigstr.) ein Straßenfest stattfinden. Im Anschluss daran wird im XB-Liebig die Doku „9 Tage hinter den Barrikaden“ und weitere Filme zum Thema laufen. Im Sama-Cafe (Samariterstr. 32) danach Squats and autonomous spaces-Lounge. Chillout für die dezentralen Aktionstage. Quatschen, vernetzen, besetzen!
Im Mehringhof gibt es einen Mini-BuKo zu „Soziale Kämpfe in der neolieberalen Stadt“. Das Seminar für angewandte Unsicherheit (SaU) führt im Rahmen des Kongresses „The Right to the City“ durch das kameraüberwachte und quartiers-gemanagte Friedrichshain. Heute 17 Uhr Warschauer Str./Revaler Str.
Zu den beiden Aktionstagen wird es auch ein Berliner Pirat_innenradio geben, das zwei Tage einen internationalen und einen deutschen Stream auf 95,2 Mhz senden wird, um euch auf dem Laufenden zu halten. Es gibt noch weitere Streams. Weitere Termine auch auf dem beliebten Portal Stressfaktor (mehr…)

Rigaer78 – Zu früh gefreut

Anscheinend hat das Hauskollektiv der Rigaer78 es nicht geschafft die Bedingungen der Bank für einen Kredit zu erfüllen. Damit rückt der Hauskauf wieder in weitere Ferne und der Traum vom unsanierten selbstverwalteten Haus ebenfalls. Während die Hausbewohner die überteuerten Forderungen des Hauseigentümers dafür verantwortlich machen, sind die Kommentatoren auf Indymedia kritischer:

Ich hab nur meistens das Gefühl, ihr Berliner Hausis seit so verplant, dass ihr eine Chance nach der Anderen eure Projekte zu erhalten an die Wand fahrt. Und dann sind wieder die bösen Spekulanten, Bullen und Politiker Schuld, weil ihr glaubt, nicht nach „deren“ (=gesellschaftlich anerkannten) Regeln spielen zu müssen, weil ihr glaubt nen Projekt mit Militanz und Ignoranz verteidigen zu können.

Möglicherweise ist die Kritik berechtigt. Schon im Spetember 2006 wollten die Bewohner das Haus bei einer Versteigerung erwerben und scheiterten ebenfalls an der Kreditwürdigkeit: „Um jedoch einen Kredit aufnehmen zu können, müssen 20% Eigentanteil der geliehenen Summe aufgebracht werden. Dies entspricht 120.000 €. „

Obwohl schon im November 2007 die Verhandlungen mit dem Besitzer begannen, richtete sich die 78 erst im Februar – kurz vor Ablauf der Kauffrist – mit einem Spendenaufruf an die Öffentlichlichkeit. Dort hieß es noch „Stadtumstrukturierung mal anders – Rigaerstr.78″