Archiv für Januar 2008

Sa, 9. Februar: Liebig United! – Glammy Party

Das Hauskollektiv organisiert zusammen mit XB-Liebig und Infoladen Daneben eine ordentliche Fete gegen Verdrängung und fiese Spekulanten.

Partyflyer 9.2.2008

1st XB Floor: glammy DJing, Tanz, Cocktails, Sweets
ab 22 Uhr mit Dj Suedpolar (popcorn electronique), testroch (Crunch-Rock), Schürze (My Favourites)
2nd Floor Infoladen: Filme, Vortrag, Kaffee & Kuchen ab 20 Uhr

In den letzten Jahrzehnten haben sich eine ganze Reihe von Frauen und Lesben in Fantifa-Gruppen (feministische Frauenantifa) oder auch in Hausprojekten und Wagenplätzen zusammengeschlossen. Sie zogen hiermit die Konsequenz aus einer weitgehenden Ausblendung von sexistischer Unterdrückung in der Theorie und Praxis einer zumeist männlich dominierten linken Szene. So agieren in Berlin Frauen in Projekten wie dem Schwarzen Kanal, dem Frauenflügel der Brunnenstr und der Liebig 34.
Mittlerweile gibt es trotz ihrer Notwendigkeit nur noch wenige autonome Frauenzusammenhänge und die Projekte, die es noch gibt, sind in ihrer Existenz bedroht. Auch die Liebigstraße 34, die 1990 besetzt und später legalisiert wurde, gehört zu jenen Projekten.

Wie zu allem gibts natürlich ein proffessionelles Mobi-Video

Rigaer94 – Aktion gegen Räumung

Aktion der Rigaer94 im Abgeordnetenhaus BerlinHeute stürmten Freunde der Rigaer94 das Abgeordnetenhaus in Berlin, bauten eine Waschmaschine auf und verteilten ihre Wäsche in den Koridoren. Sie protestierten damit gegen die drohende Räumung ihre Waschküche, der Werkstatt und des Veranstaltungsraums Kadterschmiede.

Am 29.01.2008 wurde vom Landgericht Berlin ein Versäumnisurteil gegen die „Freunde der Kaderschmiede Kultur im Kiez e. V.“ (kurz „FdK“) gefällt. Der „FdK“ ist der offizielle Besetzer einiger Räumlichkeiten in der Rigaer 94. Das Urteil besagt, dass die Räume der Kadterschmiede, eine Werkstatt und eine Waschküche an Suitbert Beulker (Besitzer der Rigaer 94. 95 und Liebig 14) besenrein zu übergeben sind. Damit ist eine Räumung für Teile der Rigaer 94 ab jetzt, jederzeit möglich.

Rosa Rose verkauft

Nachbarschaftsgarten Rosa RoseDer Nachbarschaftsgarten Rosa Rose neben dem Hausprojekt Kinzigstr.9 wurde verkauft. Die Freifläche wird seit 2004 von BewohnerInnen der angrenzenden Straßen als Garten, Veranstaltungsort und grüne Oase genutzt. Durch die offene Struktur wurden aus Nachbarn gute Bekannte. Wie lang dieser Treffpunkt nun noch erhalten bleibt ist offen. Der Nachbarschaftsinitiative wurde nicht die Möglichkeit gegeben die Fläche zur erwerben. Wahrscheinlich werden auch hier neue Häuser gebaut.

Die Rosa-Rose lädt deshalb zum „Anti- Räumungs- Notfall- Winter- Garten- Zauber“ am 26. Januar ab 14 Uhr, mit Kaffee&Kuchen, Punsch&Glühwein, Sackhüpfen&Eierlaufen, Basteln, Feuerzauber etc.

Liebig34 Inside

„Der Infoladen Daneben hat sowenig mit dem Haus zu tun.“ So der Vorwurf von Außenstehenden zu diesem Blog. Deshalb wird es in Zukunft öfters Beiträge des Hauskollektivs der Liebig34 hier geben. Wir beginnen mit einem kurzen Video, das von Elisa aka Chucrut gemacht wurde. Beschreibung: „video-pc-collage made in 2005 with 5 posing photos from women of the liebig34 houseproject in berlin. “

Pionierstimmung im Kiez..

An den neuen Rechnern im Laden bisschen durchs Netz gekrochen und interessantes zum Thema Gentrification gefunden.

2002 wurde auf Indymedia schon die Kommerzialisierung und Stadtumstrukturierung in Friedrichshain beklagt. Das XB (Liebigstr. 34) stehe schon in einem Reiseführer, heißt es da.. Ein Prozess an dem wir alle mitwirken:

„in der ersten phase entdecken nämlich die sog. „pioniere“ den heruntergekommenen kiez und finden seinen morbieden charme ganz interessant. bei diesen pionieren handelt es sich im weitesten sinne um junge künstler, studenten, hausbesetzer, alternative etc. sie sind (in bezug auf ihre wohnsituation) risikofreudig und lieben die „bunte mischung“ und machen den kiez attraktiv (häuser bunt anmalen; „besetzakneipen“ errichten, in die mit der zeit immer mehr leute kommen, weil sie den schrillen schick mal erleben wollen – das xb-liebig steht mittlerweile schon in nem französischen reiseführer; straßenfeste und eventuell sogar kiezrandale als erlebniskultur…
in der zweiten phase der gentrification kommen dann mehr und mehr leute in den kiez gezogen, die diese alternative mischung anzieht. sie sind weniger risikofreudig, ziehen daher erst nach, als absehbar wird, daß sich der versiffte kiez im umbruch befindet. das ist die erste generation der „gentrifier“, keine „yuppies“ im „linksradikalen“ sinne, eher ikea-liebhaber… diese phase könnte in friedrichshain etwa ab ’97 eingetreten sein, als es auf der simon-dach-str. 5-7 kneipen gab (das ist weniger als die heutigen 34, aber zeigt die entwicklung ab dem „conmux“, das ja genau aus diesem „pionier-mileu“ kommt)“.

Gleich mal in die frischen Häuser um zu gucken wie es ist, wenn saniert ist. Überzeugt euch selbst:

Und was sagen die TouristInnen zu diesen Vorwürfen?
Eine Darstellung von Squats in Berlin und dem Drumherum findet sich bei den travelqueeries:

„X-B, a fraunen.lesben.trans (womyn, lesbian, trans) housing project, is where we were headed. Housing projects are gigantic communal apartment buildings where people can live communally for cheap. Since squatting became illegal in Berlin many former squats have been bought and not developed; the occupants pay little rent and live similarly to how they did before. The housing collective is in the process of trying to buy the building so it can be even more collectively run.“

Weil uns die Selbstkritik nicht weiter hilft, um linke Freiräume zu erhalten machen wir gern andere für die Gentrifizierung in Friedrichshain dafür verantwortlich. Zum Beispiel das Friedrichshainer „Bündnis für Wirtschaft und Arbeit“. Zufällig ist der fiese Hausverwalter Tilo Tragsdorf (Factor-Immobilien) dort der Obermotz. Dieser tolle Arbeitskreis aus Privatwirtschaft und Bezirksamt hat sich neben den üblichen Fördermittel-Abgreifungs-Strategien für 2008 eine UnternehmerInnen –Schule Friedrichshain-Kreuzberg (Verein für Kunst, Kultur, Wirtschaft & Begegnung e.V. Knorrpromenade 9) ausgedacht. Nachzulesen im Protokoll vom AK1